Aktion "Baum des Jahres"

"Ohne können wir nicht leben"

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Unter der Anleitung von OB Dr. Ulrich Netzer (Mitte) pflanzen Schüler der Konrad-Adenauer-Schule und der Gustav-Stresemann-Schule die Traubeneiche ein.

Kempten – Der „Weg der Bäume” an der Ludwigshöhe hat einen neuen Mitbewohner. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und Kinder pflanzten dort am Donnerstagvormittag eine junge Traubeneiche ein. Seit elf Jahren ist es in Kempten Tradition, den jeweiligen „Baum des Jahres” an diesem Weg in die Erde zu setzen.

Ein Hinweisschild informiert über die Baumart. Das Umweltamt und die Agenda 21 Kempten hatten die Aktion organisiert. „Seit elf Jahren pflanzen wir hier einen Baum“, sagte OB Netzer. Eigentlich geschehe dies immer am „Tag des Baumes”, aber der Termin liege dieses Jahr in den Osterferien.

 „Eichen und Buchen sind prägende Baumarten hier in Mitteleuropa.“ So seien im Rathaus die Fensterrahmen aus Eichenholz und schon über 600 Jahre alt. Mit der Traubeneiche sollten möglichst viele Informationen über den Baum vermittelt werden und das Interesse geweckt werden, Bäume zu schützen. „Ohne Bäume können wir nicht leben.“ Die Stadtgärtnerei Kempten pflanze jedes Jahr 80 bis 100 Bäume ein. „Ich hoffe, dass die Aktion in den nächsten 30 Jahren noch weitergeht“, meinte Netzer. 

„Was macht die Traubeneiche so besonders, dass sie zum Baum des Jahres ausgewiesen wurde“, fragte sich Regine Willinsky von der Agenda 21 Kempten. Mögliche Gründe seien etwa, dass man aus dem Holz Papier herstellen könne, sie so robust und rustikal sei und sehr alt werden könne. 1989 sei mit der Stieleiche der erste Baum des Jahres gekürt worden. Stieleiche und Traubeneiche seien sich sehr ähnlich. „Bei der Traubeneiche hängen die Eicheln wie Trauben beieinander.“ Die Bäume würden meist erst nach zwanzig, manchmal sogar erst nach vierzig Jahren erstmals blühen. Es werde also noch eine Weile dauern, bis der junge Baum zum ersten Mal in voller Blütenpracht erscheint. „Früher trieb man Schweine zur Futtersuche in den Wald. Man stellte fest, dass der Schinken besonders gut war, wenn die Schweine Eicheln gefressen hatten“, erklärte Willinsky. Damals habe man auch Eicheln geröstet, um daraus Kaffee zu kochen. 

„Dass Menschen mit Bäumen verglichen werden, ist schon so alt wie das alte Testament“, betonte Vitus Schludermann, Pfarrer an der evangelischen Matthäuskirche. Ein Mensch wie ein Baum sei ein Bild, das alle anspreche. „Ein Baum hat für mich etwas Geradliniges und Würdevolles.“ Thomas Hagen, Pfarrer der katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt, segnete die Eiche und die Anwesenden. „Segen ist nichts anderes als die Zusage, dass Gott uns liebt”, so der Geistliche. Für Auflockerung und Unterhaltung sorgten Erst- und Zweitklässler der Gustav-Stresemann-Grundschule und der Konrad-Adenauer-Grundschule. Sie sangen Lieder und trugen eine Geschichte vor. Unter der Anleitung von OB Netzer gruben die Kinder die Traubeneiche ein.

Franziska Kampfrath

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