Ein schwerer Entschluss

Direktor Dirk Holst, hier bei dem Richtfest des neuen Pflegebereiches der Sonnenhalde, einem Seniorenheim im Bereich des Stephanuswerkes. Foto: Schubert

Albert Thiele persönlich, Pressesprecher der Evangelischen Heimstiftung, war vergangene Woche aus Stuttgart gekommen, um zusammen mit Direktor Dirk Holst die Gründe für die Schließung der Geriatrischen Klinik des Stephanuswerkes mitzuteilen. Aus ihrer Sicht hat das Desaster eine ganze Reihe von Ursachen.

Von der nun von Stuttgart aus angeordneten Schließung ist die orthopädische und neurologische REHA zu gleichen Teilen betroffen, nicht aber das Stephanuswerk in seiner Gesamtheit. 50 Mitarbeiter aus dem Bereich der Geriatrie werden aber zumindest umdenken müssen: Die Fachkräfte aus dem Pflegebereich werden zu Teil übernommen und in anderen Tätigkeitsbereichen eingesetzt. Die Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie wird ambulant fortgesetzt, die ambulanten Zulassungen sind im Bestand und in diesem Bereich ist auch eine Zusammenarbeit mit dem Restkrankenhaus Isny weiter vorgesehen. Trotzdem sind auch personell die Folgeerscheinungen nicht abzusehen. Mit dem 31. Dezember kommt also das endgültige Aus für die Geriatrische Klinik des Stephanuswerks. Dirk Holst ist über diese Entwicklung allerdings nicht glücklich und betonte vergangene Woche noch einmal: „Betroffen ist die kleinste Abteilung unserer Einrichtung. Mit den anderen Bereichen hat das absolut nichts zu tun. Im Gegenteil, eine Steigerung in der beruflichen REHA ist deutlich geworden.“ Vielfältige Günde Die Ursachen für die Entscheidung der Heimstiftung sind vielschichtig. Das ist nicht nur das Ablehnen der Kooperation durch OSK, IKP und Landkreis und somit der Verlust eines acht bis neun Millionen Euro teuren Projektes im geriatrischen Bereich. Auch die fehlende Kostendeckung durch die Leistungsträger spielte in die Entscheidung mit hinein. Direktor Holst hatte zwar versucht, mit dem direkten Anbau an das Krankenhaus aus der Kostenschere heraus zu kommen. Aber wenn es für diese Entscheidung kein Interesse und keine Partner gibt, ist eben „Schluss mit lustig.“ So sah es nun jedenfalls die Zentrale in Stuttgart. Pressesprecher Albert Thiele macht noch einmal klar: „Es ist das erste Mal in unserer 60-jährigen Geschichte, dass wir eine Einrichtung schließen müssen.“ Die Folge für Isny ist wenig erfreulich. Die fünfzig Betten sind also Geschichte und die nächste Geriatrische Klinik ist das Heilig Geist Spital in Ravensburg. Der größte Flächenlandkreis hat auf diesem Gebiet nichts mehr vorzuweisen. Für alte Menschen wird es nun schwierig. „Besonders Direktor Holst“, so Pressesprecher Thiele, „hat sich immer für den Erhalt der geriatrischen Klinik stark gemacht“. Jahrelang hätten sich die Verantwortlichen bemüht, mit neuen Konzepten und Gesprächen mit der OSK dem Abwärtstrend entgegen zu steuern. „Die Heimstiftung als gemeinnützige Einrichtung arbeitet nicht mit Sicht auf großen Renditen, aber 500 000 Euro Verlust im Jahr wollten wir auch nicht länger hinnehmen.“ Direktor Holst selbst sagte: „Die Situation ist schon lange schwierig. Wir haben immer für den Landkreis 25 der 50 Betten vorgehalten und an den Belegungszahlen hat es nicht gelegen“, erklärte er. „Keine Einrichtung, die mir bekannt ist, hat mit der geriatrischen Abteilung positive Zahlen schreiben können“, so Direktor Dirk Holst weiter.

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