Schwimmen mit Seelöwen und Jubiläumsshow beim Circus Krone in Kempten

Feuchte Küsse, die nach Fisch riechen

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Gut geküsst, Löwe! Unsere Mitarbeiterin Sabine Stodal durfte am Premierentag mit den Seelöwen schwimmen und erlag innerhalb kürzester Zeit deren Charme. „Die Kraft und Wendigkeit dieser geschmeidigen Tiere hautnah zu erleben, war ein ganz besonderes Erlebnis“, sagt sie.

Kempten – Feuchte Küsse, die nach Fisch riechen… Die schnauzbärtigen, rund 200 Kilo schweren Herren, die diese eher fragwürdig klingenden Liebesbezeigungen ausgiebig (und übrigens nur gegen Naturalien) verteilen, sind von Beruf Schauspieler und Artisten. Und ihre Annäherungsversuche werden in aller Regel begeistert entgegengenommen. Die Rede ist von Chico, Tino, Joe und Charlie, den vier kalifornischen Seelöwen des Circus Krone, der dieser Tage mit seinem Programm „Evolution“ auf dem Gelände der Allgäuhalle in Kempten gastiert.

Das Vierergespann hat während der Sommermonate ein Engagement bei dem renommierten Traditionszirkus, in dessen Rahmen es zweimal täglich gemeinsam mit dem Jack-Russel-Terrier Miloh in der Manege steht. Ihr sympathischer Eigentümer Roland Duss ist seit mehr als 30 Jahren als Tiertrainer aktiv und hat die vier berühmten Kerle (sie alle spielten in der Fernsehserie „Hallo Robbie“ abwechselnd die Hauptrolle) zusammen mit seiner Frau Petra selbst großgezogen. Wer möchte, kann tagsüber die außergewöhnliche Chance ergreifen, nach Voranmeldung gemeinsam mit Roland Duss zu den überaus intelligenten und verspielten Tieren in deren 100.000 Liter-Wasserbecken zu steigen, mit ihnen zu toben und an ihre Rücken geschmiegt zu schwimmen. 30 Minuten kosten 30 Euro, für behinderte Kinder und Erwachsene ist das Schwimmen kostenlos.

Circus Krone - eine reisende Zirkusstadt

Am Montagabend kam der riesige Tross des Circus Krone in Kempten an und verwandelte das Areal bei der Tierzuchthalle kurzerhand in eine veritable Zirkusstadt. „Wir sind tatsächlich wie eine reisende autarke Stadt – die Krone-City“, bestätigt Dr. Susanne Matzenau, die Pressesprecherin des Circus Krone. Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist das riesige, 48 x 64 Meter große Zirkuszelt, das „Chapiteau“ – übrigens das größte reisende Zirkuszelt der Welt – mit der blauen, gut 20 Meter hohen Kuppel. Dieses wird von 120 Helfern innerhalb von nur sechs Stunden aufgebaut und bietet Platz für rund 4000 Zuschauer.

„Daneben haben wir mehr als 330 Wohn-, Pack- und Gerätewagen dabei, ein rollendes Circus-Restaurant, ein eigenes Stromaggregat mit 1000 KW Leistung, eine Circusschule, eine Betriebsfeuerwehr, Büros, eine Mannschaftsküche auf Rädern und die einzige mobile Behinderten-Toilette der Welt“, so Matzenau weiter. Insgesamt sind an die 400 Mitarbeiter mit an Bord, darunter Elektriker, Schweißer, Schlosser, Sattler, KFZ-Mechaniker, Damen-und Herrenschneider, Lehrer (für die vier mitreisenden Kinder), Köche, Telefonisten u.v.m. Nicht zu vergessen die 54 hochkarätigen Artisten aus 14 Nationen. Sie bieten wochentags um 15.30 und 20 Uhr (am 2.8. nur 15.30 Uhr), an Sonn-und Feiertagen um 11 und 15 Uhr in ihrem 180-minütigen Programm artistische Highlights wie „Riskante Balancen auf dem Todesrad“, „elegante Jonglagen im Torero-Stil“, „die stärksten Männer der Mongolei“, ein Fliegendes Trapez und preisgekrönte Seilsprung-Akrobatik. Unter dem Motto „Circus zum Mitmachen“ können sich alle jugendlichen Besucher 30 Minuten vor Beginn der Nachmittags-Vorstellung als Amateur-Artisten versuchen.

Unangefochtene Hauptattraktion, nicht nur für die kleinen Besucher, sind die zahlreichen mitreisenden Tiere. Womit wir wieder bei Chico, Tino, Joe und Charlie, den vier Seelöwen, wären. Ihr charakteristisches Bellen ist weithin zu hören. „Die Vier beherrschen über 80 Kommandos“, weiß Matzenau. Dafür werden sie mit täglich je sechs bis acht Kilogramm Seefisch belohnt. „Denn ohne Fisch geht nichts, mit Fisch geht alles.“

Mit ihnen ziehen rund 200 weitere Tiere auf der Tournee zum 110-jährigen Jubiläum des Circus Krone durchs Land: sechs Elefantendamen, 60 Pferde, der 40-jährige Nashornbulle Tsavo, ein Schwarm Papageien sowie 26 weiße und goldfarbene Tiger und Löwen. Die Bedenken hinsichtlich artgerechter Haltung kennt Dr. Susanne Matzenau nur zu gut. Sie hält entgegen: „Circus Krone betreibt für das Wohlergehen seiner Tiere einen enormen personellen, materiellen, logistischen und finanziellen Aufwand. Allen Krone-Tieren stehen in jeder Gastspielstadt großzügige Freigehege zur Verfügung und wir bieten den Tieren vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten an. Zudem haben wir eines der modernsten mobilen Pferdestallzelte der Welt mit geräumigen Boxen mit Innen- und Außenbereich. Mit der Haltung seiner Tiere übertrifft Circus Krone die gesetzlichen Vorgaben bei weitem.“

Der Krone-Zoo ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Unabhängig von den Vorstellungen können Besucher hier zu Preisen von fünf Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder einen Blick hinter die Kulissen werfen, die Tiere ansehen und den Artisten bei den Proben zuschauen.

Der Circus Krone ist der größte Circus Europas. In der Sommersaison 2015 besuchten 1,1 Millionen Zuschauer das Grand Chapiteau. Der Circus wurde mit zwei goldenen Clowns, acht silbernen und zwei Bronzenen Clowns in Monte Carlo, dem Oscar der Circuswelt, ausgezeichnet.

Sabine Stodal

Circus Krone: Schwimmen mit Seelöwen

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