Der Kemptener Unternehmer Ullrich Kremser will für die FDP ins Rathaus einziehen

"Kemptens bester OB-Kandidat"

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Für den FDP-Kreisverband Kempten und dessen Vorsitzenden Dr. Dominik Spitzer (rechts) ist Ullrich Kremser der beste Oberbürgermeisterkandidat.

Kempten – Nun hat auch die FDP ihren eigenen Kandidaten für die anstehende Wahl des Kemptener Oberbürgermeisters. Die liberale Partei schickt Ullrich Kremser ins Rennen.

Ausschlaggebend war vor allem dessen 30-jährige Erfahrung als Stadtrat. Am Montagabend stellte der 60-Jährige im Restaurant „Stadtschreiber“ sich und seine politischen Ziel vor. „Wir haben uns gefragt, welche Qualitäten ein OB-Kandidat besitzen muss“, sagte FDP-Kreisvorsitzender Dr. Dominik Spitzer. Demnach brauche der Bewerber eine langjährige umfangreiche Erfahrung in der Kommunalpolitik. „Unserer ist seit 30 Jahren Stadtrat“, so Spitzer. 

Als Unternehmer besitze Kremser die nötigen Führungsqualitäten. Weitere wichtige Voraussetzungen für einen Oberbürgermeisterkandidaten seien wirtschaftliches Haushalten, Bürgernähe, die Personalführung, ein sympathisch bestimmtes Auftreten und das Gespür für moralisch richtiges Handeln. „Es muss aber kein Jurist sein, dafür gibt es genügend Fachleute“, verdeutlichte der Stadtrat. Spitzer rollte ein Plakat aus, auf dem stand: „Kemptens bester OB-Kandidat: Ullrich Kremser.“

 „Ich bin 60 Jahre alt und musste früh in meinen Beruf einsteigen“, erzählte Kremser. Die FDP habe nicht die Illusion, bei den Stadtratswahlen im März die alleinige Mehrheit zu erreichen. Deswegen gebe es ein Angebot an alle politischen Gruppierungen. „Denn Kempten steht an erster Stelle.“ Er wolle sich für so genannte Informationsfreiheitsatzungen einsetzen. Im Hinblick auf die kommunalen Finanzen versprach Kremser Sparsamkeit. Man müsse das Geld so ausgeben, als ob es das eigene wäre. „Wir dürfen keine Luxusprobleme schaffen“, forderte er. Der Kandidat kritisierte in diesem Zusammenhang, dass eine Designerin aus Lindau für die Gestaltung des Allgäu-Gymnasiums engagiert wurde. „Die Stadt hat wohl zu viel Geld“, habe der Kommentar des Elternbeirats und des Fördervereins dazu gelautet. 

Die Schuldenfreiheit bis 2020 habe oberste Priorität. Die Schaffung und der Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen seien die wichtigsten Aufgaben kommunaler Wirtschaftsförderung. Ein starker Mittelstand sei von großer Bedeutung. „Was uns in Kempten im Prinzip fehlt, ist ein starkes produzierendes Gewerbe.“ Mit der FDP werde es keine Steuererhöhungen geben. „Die Zweitwohnsitzsteuer gehört abgeschafft, da der Verwaltungsaufwand das Geld frisst“, forderte Kremser. Er sprach sich für eine hochwertige Kinderbetreuung und wohnortnahe Pflegeangebote aus. Der Weg zur Kita und Schule sollte für Kinder und Jugendliche möglichst kurz sein. „Wir haben innerhalb der Stadt viel in Schulen investiert.“ 

Einer Privatisierung der Wasserversorgung erteilte Kremser eine deutliche Absage. Das Neubaugebiet Halde-Nord müsse eine eigene Straßenanbindung erhalten. Kremser forderte enge Taktungen im Nahverkehr. „Die FDP beantragte damals, dass die Tiefgarage unter dem Hildegardplatz nicht gebaut wird.“ Nach dem Abzug der Bundeswehr sollte das Areal vor allem für produzierendes Gewerbe umgenutzt werden. Als Standort für das Möbelhaus XXXLutz schlug er das Verpflegungslagergelände vor. „Am Haslacher Berg ist zu wenig Platz und die Hochschule benötigt mehr Fläche“, verdeutlichte der FDP-Politiker. „Die jüngsten Partnerschaften zu Städten sind 26 Jahre alt. Nun ist es Zeit für weitere Städte.“ 

Gutachten seien in Ordnung, da es ohne sie keine Zuschüsse gebe. „Wir hoffen auf eine Zwangsversteigerung beim Großen Loch und einen Neuinvestor, mit dem man besprechen kann, wie man das Ganze gestalten soll“. Der Standort für den Rettungshubschrauber Christoph 17 müsse im Bereich Kempten und Umgebung liegen. Hier sei eine möglichst schnelle Entscheidung notwendig. „Viele sprachen mich an, dass ich kandieren soll“, so Kremser. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber Politik sei irgendwann eine Sucht. „Bei uns gibt es keinerlei Fraktionszwang.“ 

Franziska Kampfrath

Ullrich Kremser ist 60 Jahre alt, verheirat, evangelisch und gebürtiger Kemptener. Er hat zwei erwachsene Kinder. Der selbstständige Diplom-Betriebswirt leitet das Unternehmen Kremser Planen. Er hat zahlreiche Ehrenämter. So ist er seit 22 Jahren Handelsrichter am Amtsgericht Kempten und seit sechs Jahren Präsident des Turnvereins Kempten.

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