Seit 60 Jahren glücklich

„Ich hätte nicht gedacht, dass einmal der Bürgermeister zu uns kommt“, meinte Peter Lovasz vergangenen Montag, als Bürgermeister Josef Mayr (CSU) ihm und seiner Frau Ana-Maria mit einem Blumenstrauß und einer Alabasterschale zur Diamantenen Hochzeit gratulierte. 1990 ist das Ehepaar, das am 18. April 1950 geheiratet hat, aus Rumänien nach Kempten gezogen. Kennen gelernt haben sich Ana-Maria und Peter Lovasz bei der Kirchweih in Rumänien. Sie stammen aus dem selben Dorf: Nitzkydorf.

Ihre Hochzeit feierten sie damals bei sehr schönem Wetter. Ana-Maria Lovasz heiratete in schwäbischer Tracht. Die Urahnen der beiden stammten aus dem Schwarzwald. Die Amtsprache im Dorf sei zwar Rumänisch gewesen, die Volkszugehörigkeit jedoch Deutsch, erklärte das Ehepaar. Daher sind die heute 78-Jährige und ihr 80-jähriger Mann deutschsprachig aufgewachsen. Peter Lovasz war drei Jahre im Arbeitsdienst im Steinbruch. „Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, meinte Mayr. Insgesamt war der gelernte Schmid Lovasz, der als Schlosser gearbeitet hat, 37 Jahre im Arbeitsleben, bevor er in den wohlverdienten Ruhestand kam. Seine Frau konnte keinen Beruf erlernen, da sie sich um ihre vier jüngeren Geschwister kümmern musste. Heute sagt sie: „Gearbeitet haben wir viel, darum können wir es noch immer.“ Nachdem sie nach Kempten gekommen waren, putzten beide fünf Jahre bei der Fachhochschule. Um die Miete ihrer Wohnung zu verringern, ist Peter Lovasz immer noch als Hausmeister tätig, seine Frau putzt die Treppen. "In Kempten zuhause" Nach Kempten „verschlagen“ hat es das Ehepaar durch ihre mittlerweile 51-jährige Tochter, die nach Kempten geheiratet hatte. Auch der 59-jährige Sohn, die zwei Enkel und ein Urenkel, mit dem sie viel Zeit verbringen und Radfahren gehen, wohnen hier. „Wir sind glücklich, dass wir hier unseren Lebensabend verbringen dürfen, wir sind in Kempten zu Hause“, sagte die 78-jährige Ana-Maria Lovasz am Montag. Und nicht nur die Stadt gratulierte zum Jubiläum, die Lovaszs bekamen auch Post vom bayerischen Ministerpräsidenten. Auf Pfingsten freuen sich die beiden besonders. Dann findet wie jedes zweite Jahr das Banadtreffen in Ulm statt, wo die beiden auf viele alte Bekannte treffen. Im Jahr darauf ist dann das „Nitzkydorfer Treffen“ in Augsburg, an dem das Paar ebenfalls teilnehmen will.

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