Selbstbildnisse und Wanderstäbe

Stolz präsentiert die Gruppe ihre „Zauber Zausel Wanderstäbe“. Diesmal waren Jugendlicher der Lebenshilfe Kempten und der Diakonie Kempten-Allgäu zusammen beim Kunstworkshop auf dem Kunsthof von Uwe Neuhaus. Foto: moriprint

Zum Abschluss des Kunstworkshops mit dem Allgäuer Kunstmaler Uwe Neuhaus sahen sich die 18 Jugendlichen schließlich „doppelt“ in einem Selbstbildnis und hielten ganz individuelle „Zauber Zausel Wanderstäbe“ in der Hand. Voller Fantasie und Energie hatten die jungen Menschen mit und ohne Handicap auf dem Kunsthof von Uwe Neuhaus und seiner Frau Christine bei Opprechts zwei Tage lang gewerkelt, Materialien, Farben und Techniken ausprobiert. Dabei kam es zur Begegnung von 13 Jugendlichen mit Behinderung von der Lebenshilfe Kempten und fünf Mädchen der Flexiblen Jugendhilfe der Diakonie Kempten-Allgäu.

„Hier bei uns findet Inklusion ganz selbstverständlich statt“, so Uwe Neuhaus. Gemeinsam Kunst schaffen, gemeinsam um das Lagerfeuer tanzen (unter der Leitung der Tanz- und Märchenpädagogin Petra Rotter), zusammen essen und übernachten – das verbindet, schafft „Edelsteine in den Erinnerungen“. Ein wenig „märchenhaft-indianisch“, ja sogar poetisch wurde es gleich zu Beginn des Workshops mit den „Zauber Zausel Wanderstäben“. Die Idee hatte Neuhaus aus einem Kulturfilm vor vielen Jahren. „Das Thema hat mich nicht losgelassen. Ein Stab, der einen durch´s Leben begleitet.“ Ganz individuell mit Knöpfen, Perlen, Bändern, Federn, Eierwaben, Bildern, und Blüten wurden lange Holzstöcke, Haselnussäste und Besenstiele geschmückt. Jeder „Zauber Zausel Wanderstab“ sah schließlich anders aus, ebenso wie die Selbstbildnisse. Der Kunstworkshop auf dem Kunsthof in Opprechts bei Altusried hat für die Jugendlichen der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe Kempten bereits eine lange Tradition. Immer wieder sind auch Gäste dabei, mal waren es junge Studentinnen der Fachakademie für Sozialpädagogik, heuer waren es junge Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren von der Diakonie. Auch Anna Schmidt, Mitarbeiterin des Bund Naturschutzes, bot an diesem Kunstwochenende ihre phantasiereiche Hilfe an. Reise zu sich selbst Alle zwei Jahre variieren Themen und Aufgabenstellungen – mal ging es an eine Druckerpresse, mal arbeiteten die Jugendlichen mit Sperrholz, Filz, Farben. Auch die Verbindung von Fotographie und Malerei wurde geschaffen. Immer wieder ist es auch eine „Reise“ zu sich selbst. So war die Darstellung der eigenen Persönlichkeit auch diesmal Teil der Aufgabe. Angelehnt an ein großes, weißes Blatt Papier, zeichnete Uwe Neuhaus von jedem Einzelnen die Umrisse. „Wie diese lineare Skizze dargestellt oder erweitert wird, ist die farbige, phantasievolle Überraschung, die in jedem einzelnen steckt“, so der Künstler. Nichts könne dabei „falsch“ sein, denn hier sei die individuelle Aussage das Wesentliche. Gezeigt werden sollen die Ergebnisse des Kunstworkshops dann voraussichtlich im Herbst im Rahmen einer eigenen Ausstellung.

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