Demografischen Wandel gestalten

Einiges bewegt

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Lothar Köster, Beauftragter für Senioren, Behinderte und Heime.

Kempten – Die Umsetzung des „Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts“ prägte im vergangenen Jahr die Arbeit von Lothar Köster, Beauftragter des Kemptener Stadtrats für Senioren, Behinderte und Heime.

„Besonders erfreulich“ sei, schreibt der SPD-Stadtrat in seinem nun vorliegenden Jahresbericht 2012, dass die für die Umsetzung notwendigen Stellen mittlerweile geschaffen worden seien. 

Seniorenbereich: Neben der Umsetzung des „Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes“ im Rahmen des strategischen Ziels „Demografischer Wandel gestalten” stand die Neugründung des „Arbeitskreises Pflege“ im Fokus der Tätigkeit. Dieser trifft sich zwei Mal im Jahr und diskutiert übergreifende Themen zwischen häuslicher Pflege, Versorgung nach Krankenhausaufenthalt und die Zusammenarbeit zwischen den stationären Einrichtungen. Außerdem wird mit der Hochschule Kempten, der vhs und der Seniorenakademie über die Einführung eines Seniorenstudiums beraten. Eine Umfrage unter Senioren habe ergeben, dass Bildungsangebote einen hohen Wert für die Älteren hätten, so Köster. Positive Resonanzen gab es seinen Angaben zufolge auch für die Aufführungen des 1. Allgäuer Seniorentheaters (der KREISBOTE berichtete), die Begrüßungsnachmittage für ältere Neu-Bürger sowie den „Tag der Senioren“. Dessen Programm soll künftig allerdings etwas entzerrt werden, kündigte der Beauftragte des Kemptener Stadtrats an. Ein Thema werde sicherlich der Bereich „Wohnen im Alter“ sein. 

Menschen mit Behinderung:Inklusion und Barrierefreiheit waren hier die bestimmenden Themen in 2012 und werden es auch heuer sein. Große Erwartungen hat Köster vor allem an die Normen der DIN 18040, die längerfristig zu einer Verbesserung hinsichtlich der Barrierefreiheit führen soll. In diesem Zusammenhang lobt Köster vor allem die RMDS Hotel Development GmbH aus Reutlingen. „Wie die mich in das Vorhaben Neubau des neuen bigBOX-Hotels einbezieht, kann ich nur als vorbildhaft bezeichnen“, so der Stadtrat. „In dieser Form erlebe ich das derzeit erstmalig.“ Auch in der Stadtverwaltung sei der Wille zu Inklusion und Barrierefreiheit mittlerweile „zumindest deutlich zu spüren“. Darüber hinaus wurde im vergangenen Jahr der neue Wegweiser für Behinderte, „Mitten in unserer Gesellschaft“, vorgestellt. „Auffällig ist dabei, wie wenig öffentlich zu nutzende Institu- tionen barrierefrei zu erreichen sind, geschweige denn selber barrierefrei sind“, kritisiert der Beauftragte. Hier bestehe großer Nachholbedarf. Als „Skandal“ bezeichnet Köster, dass Menschen mit leichter Behinderung ein Zugang zur Arbeitswelt nach wie vor meist verwehrt bleibe. „Bemerkbar ist die wesentlich stärkere persönliche Nachfrage von Menschen mit Behinderung, die arbeiten möchten aber keinen Arbeitsplatz bekommen“, schildert Stadtrat Köster die derzeitige Situation aus seiner Sicht. „Die bessere Arbeitsmarktsituation hat sich überhaupt nicht ausgewirkt.“ 

Heime: Hier gibt es laut Lothar Köster derzeit nur wenige Probleme. Auch ein Fachkräftemangel sei in den Kemptener Heimen im vergangenen Jahr noch kein Thema gewesen. Diskutiert worden seien allerdings die Begehungen der Heime durch den MDK bzw. des Fachbereichs der Pflege- und Behinderteneinrichtungen mit dem Fachbereich. kb

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