"Sicherheit fängt im Kopf an"

Bauoberrat Thomas Hanrieder vom Staatlichen Bauamt Kempten. Foto: Kampfrath

Insgesamt 774 Menschen starben im Jahr 2011 auf den Straßen Bayerns. Für die Kemptener Kreisverkehrswacht und Umgebung ist diese Zahl alarmierend. Der Verein betonte bei seiner Jahreshauptversammlung am vergangenen Mittwochabend im Restaurant „Waldhorn“ die Wichtigkeit der Sicherheit im Straßenverkehr. Auch müsse man die Selbstkontrolle der Bürger stärken, um Unfälle zu vermeiden.

Kemptens Bürgermeister Josef Mayr (CSU) dankte für die „großartige Unterstützung während des ganzen Jahres“. Er erlebe, dass die Leichtsinnigkeit im Straßenverkehr ständig wachse. Der Satz „Niemals war die Arbeit der Verkehrswacht so wichtig wie heute“ stimme. Mayr kritisierte Wildparker, die ihr Knöllchen an die Stadt mit der Bitte schicken, für sie eine Ausnahme zu machen. „Leider ist die Zahl der Unfalltoten und der Unfallverletzten im vergangenen Jahr gestiegen. Das muss uns aufrütteln.“ Die Kreisverkehrswacht müsse Überzeugungsarbeit leisten. „Danke für die Beratung im Verkehrsausschuss“, sagte Mayr am Ende seines Grußwortes. Das große und gemeinsame Ziel Bayerns sei, die Zahl der Verkehrstoten um 30 Prozent bis zum Jahr 2020 zu senken. Das berichtete Felix Fleischhauer vom Landratsamt Oberallgäu. „Allein in der Region Allgäu gab es im letzten Jahr 37 Todesopfer. Auch viele Fußgänger und Motorradfahrer waren betroffen. Leider trugen sie oft selbst zum Geschehen bei.“ Durch die Verkehrserziehung und Verkehrsaufklärung stärke die Kreisverkehrswacht die Selbstverantwortung der Menschen. Fleischhauer lobte die leuchtenden Schutzdreiecke für Schüler, die eine bessere Sichtbarkeit gewährleisteten. Auch der Landkreis Oberallgäu investiere in die Verkehrssicherheit, zum Beispiel durch die Entschärfung der Kurvenradien am Riedbergpass. „Doch die perfekte Straße wird es nie geben, da der Risikofaktor Mensch bleibt“, meinte Fleischhauer. Vorbild für Kinder Renate Hinz wies auf die Aktionen des Vereins hin. Eine davon sei „Kind und Verkehr“. „Wir müssen Kinder als Fußgänger und als Radfahrer dazu erziehen, Sicherheit im Verkehr zu akzeptieren.“ Bei der Aktion „Sicher zur Schule – sicher nach Hause“ habe der Verein rund 3000 Schutzdreiecke an Erstklässler verteilt. Darüber hinaus erhielten Schulbuslotsen und Schulweghelfer nach drei Jahren Tätigkeit ein Geschenk. Die Schilder an Ampelanlagen mit der Aufschrift „Nur bei Grün – den Kindern ein Vorbild“ warne Erwachsene davor, bei Rot über die Straße zu gehen. Zu der Aktion „Sicherheit für Senioren“ gehöre zum Beispiel, dass ältere Menschen durch Fahrpraxis ihr eigenes Auto besser kennen lernen. Als weitere Aktionen nannte Renate Hinz „Kindergarten und Sicherheit“, den Verkehrsunterricht an Schulen, „Drogen und Verkehrssicherheit“ sowie „Könner durch Erfahrung“. „Sicherheit fängt im Kopf an“, erklärte die Vorsitzende. Im Jahr 2011 habe die Kreisverkehrswacht insgesamt 30 000 Euro für die Arbeit ausgegeben. Bei der Nachwahl stellte sich Kathrin Putz für das Amt der Schatzmeisterin zur Verfügung. Alle anwesenden Mitglieder gaben ihr ihre Stimme. Werner Karl, der ebenfalls abwesend war, wurde als Schriftführer nachgewählt. Thomas Hanrieder vom Staatlichen Bauamt hielt einen Vortrag über den „Zielkonflikt Verkehrssicherheit contra Verkehrsfluss“. Kempten sei durch die A7, A980, B12 und B19 „eigentlich hervorragend“ in das Verkehrsnetz eingebunden. Ein weiterer Vorteil der Stadt sei der Ring. An der Kaufmarktkreuzung in Waltenhofen sei das Unfallaufkommen früher hoch gewesen. „Jährlich gab es dort zehn bis 14 teils schwere Unfälle, vor allem im Gegenverkehr durch Linksabbieger“, so Hanrieder. Seit dem Umbau der Einmündungen in die OA20 und in die Industriestraße mit der Einrichtung einer Ampelanlage träten nur noch Auffahrunfälle auf. „Die Sicherheit muss sich dem Verkehrsfluss anpassen“, betonte Hinz.

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