Gefahren vermeiden

"Sicherheit steht an erster Stelle"

+
Unser Foto zeigt die Begehung des Teams für Arbeitssicherheit im Eingangsbereich der Werkstatt Steufzgen zusammen mit Iris Roth und Timo Rädler (links). Stehend von links: Christine Thüringer, Norbert May, Dr Michael Holweger und (rechts) Robert Walter.

Kempten – Nur eineinhalb Zentimeter ist der kleine Sockel hoch und dennoch hat Timo Rädler mit seinem Rollstuhl erhebliche Schwierigkeiten, diese Hürde zu über- winden. „In einer Gefahrensituation kann diese Schwelle als Hemmnis ganz schön brenzlig werden.

Das geht nicht“, stellt Christine Thüringer (Qualitätsmanagementbeauftragte der Allgäuer Werkstätten GmbH) bei der Sicherheitsbegehung in der Einrichtung Steufzgen fest.

Auch die Kollegen vom Team der Arbeitssicherheit – Dr. Michael Holweger (Betriebsarzt) und Norbert May (Sicherheitsfachkraft) – geben ihr Recht. „Und eigentlich sollte die Außentüre sogar über einen elektronischen Türöffner zu bedie- nen sein“, entscheidet das Team zusammen mit Einrichtungsleiter Robert Walter das weitere Vorgehen, um zum einen den Fluchtweg nach außen zu verbessern und den Weg ins Freie zu erleichtern.

„Die Sicherheit unserer Beschäftigten mit und ohne Behinderung steht an erster Stelle“, ist eine Aussage von Michael Hauke, Geschäftsführer der Allgäuer Werkstätten GmbH. Regelmäßig finden in den einzelnen fünf Einrichtungen der Werkstatt für Menschen mit Behinderung Begehungen statt, bei der mögliche Gefahrenquellen aufgedeckt beziehungsweise untersucht werden.

„Eigentlich sollte man meinen, nach der Abnahme der zuständigen Stellen bei der Stadt und im Landkreis sind alle Vorschriften berücksichtigt. Aber es gibt immer wieder Änderungen und Neuerungen, informiert die Qualitätsbeauftragte. So wurden in der Werkstatt Steufzgen allein in den vergangenen Monaten 200.000 Euro in die Aktualisierung des Brandschutzes investiert.

Kleine Mängel

Iris Roth und Timo Rädler sind Rollstuhlfahrer. Bei der Begehung durch das Arbeitssicherheits-Team machen sie auf die kleinen Mängel aufmerksam, die sich im Laufe der Zeit erst ergeben. Die Sockel-Höhe an der einen Außentüre ist so ein Handicap. „Manche Rollstühle haben vorn nur ganz kleine Räder – und da gibt es beim Überfahren der Schwelle Probleme“, berichten Timo und Iris.

Das Gespräch über die Notausgangs-Tafeln zeigt zudem, wie bedrohlich für die Menschen mit Handicap bereits eine „durchgespielte Notsituation“ wird. „Das ist aber verständlich, weil unsere Men- schen mit Behinderung in so einem Fall noch mehr auf Hilfe angewiesen sind“, weiß Thüringer. Ein Blick gilt auch immer den Fluren. „Hier sollte möglichst nichts stehen was die Gänge blockieren könnte.“

Neben diesen Sicherheitsbegehungen gibt es zudem Schulungen und Unterweisungen mal zur Lebensmittelhygiene, mal zum Hautschutz, mal zur Arbeitskleidung. Auch gibt es Feuerwehrübungen quer durch alle Einrichtungen. „Es ist eine Übung für den Ernstfall, der aber hoffentlich nie eintrifft“, so Geschäftsführer Hauke.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kempten – Christian Kühn ist ein ganz normaler Mann. Täglich pendelt der 33 Jahre alte Familienvater von Füssen nach Kempten zur Arbeit. In der …
Schnell eingliedern mit "LASSE"

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kommentare