"Sie waren ein Stück Sparkasse"

Anlässlich der Verabschiedung von Martin Haf (links), Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu, in den Ruhestand ehrt ihn Theo Zellner, Präsident des Bayerischen Sparkassenverbandes, mit der Bayerischen Sparkassenmedaille in Gold. Fotos: Tröger

Es war ein „Finale“, das sowohl den Menschen Martin Haf, wie auch sein Wirken als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu spiegelte. Gut über 1000 Gäste waren in die bigBOX Allgäu gekommen, um seine Verabschiedung in den Ruhestand zu zelebrieren. Das Besondere daran fasste OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), Vorsitzender des Bezirksverbandes Schwaben, mit dem Wort „Familienfeier“ zusammen – eine Feier mit der „Sparkassenfamilie“, inklusive der „treuen Kunden und Mitarbeiter“.

Landrat Gebhard Kaiser (CSU), Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Allgäu, würdigte den schei- denden Sparkassen-Chef als einen Mann, der die Wirtschaft in unserer Region über Jahrzehnte „maßgeblich mitgeprägt“ habe. „Sie dachten Sparkasse, sie lebten Sparkasse, sie waren auch immer ein Stück Sparkasse – und das seit Ihrem 16. Lebensjahr“, hob er den Werdegang Hafs als ‚Mutmacher’ für alle Auszubildenden hervor, „dass man mit einer einfachen Bänkerlehre großes Erreichen kann“. Haf, der von Jahresbeginn 2004 bis 31. Januar 2012 Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu war und ihr von Anfang an seinen Stempel aufgedrückt habe, sei „gut für die Sparkasse, gut für die Region und gut für die Menschen“ dort gewesen. „Er ist ein Vorstand zum Anfassen“, zitierte er Hafs Mitarbeiter, für die er immer ein „offenes Ohr“ gehabt habe. Kaiser attestierte ihm nicht nur Offenheit für Innovationen, Optimismus, Zuversicht und die nötige Ruhe auch in schwierigen Situationen. Er habe ihn „als einen verantwortungsvollen und tatkräftigen Bänker und vor allem als einen unkomplizierten Menschen mit einwandfreiem Charakter kennen und schätzen gelernt“. Theo Zellner, Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, zeigte sich unter anderem von Hafs Leistung beeindruckt, unter dessen Führung sich diese Sparkasse „zur sechstgrößten Bayerns entwickelt hat“ und mit 4,2 Milliarden Euro Bilanzsumme, mehr als 1000 Mitarbeitern und 58 Filialen im Ost- und Oberallgäu in der bayerischen Sparkassenlandschaft eine „wichtige Rolle“ spiele. Zudem habe Haf in der gegenwärtigen Finanz- dann Staatsschuldenkrise unzählige Fragen beantworten und Bedenken ausräumen können und so „das Vertrauen sogar noch verstärkt“. Zum Abschied ehrte er Haf für sein Schaffen mit der Bayerischen Sparkassenmedaille in Gold. Der Mensch ist wichtig „Ein Zahlenfetischist waren Sie nie“ attestierte Siegmund Schiminski, Landesobmann der Bayerischen Sparkassen, dem künftigen Ruheständler, der vielmehr zu einer Generation gehöre, bei der Menschen, Mitarbeiter und Kunden wichtig seien. Die menschliche Seite des „immer schon volksnahen“ Hafs stand auch bei den Personalräten Günter Boy und Alexandra Lobe-Dachauer im Vordergrund, die so manch amüsante Anekdote aus dem Leben ihres Noch-Chefs aus dem Nähkästchen zauberten. Die ein oder andere „Ecke und Kante“ war allerdings auch dabei: „Beim Loben war er durch und durch Allgäuer – nix g’sagt isch globt g’nug“, offenbarten sie. Und dann bescherten Sparkassen-Mitarbeiter ihrer „Vaterfigur“ im „Allgäuer Sparkassen- Stadl“ eine heiter-bunte Überraschungs-Abschieds-Show, in der der Ehrengast Martin Haf nicht nur Zusehen und -hören durfte. Seine Abschiedsrede war mehr ein großes Dankeschön an alle, die ihn auf seinem Weg begleitet und unterstützt hatten; nicht zuletzt an seine Frau Gilla und seine beiden Kinder Bianca und Florian mit den insgesamt vier Enkelkindern. Neben seinem beruflichen Engagement war Haf in verschiedenen Gremien und Ehren- ämtern aktiv, was in einigen davon auch künftig so bleiben soll. Auch auf mehr Zeit mit seinen Enkeln – die älteste habe ihn bereits als „Fahrdienst“ verplant – freute er sich und natürlich für seine Hobbies wie Skifahren und in die Berge gehen. Die Fußabdrücke in die er trete „sind groß“ bekannte der Unterfranke Manfred Hegedüs, Hafs Nachfolger als Vorstandsvorsitzender, abschließend respektvoll.

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