"Sind konkret in der Umsetzung"

Schön anzuschauen, aber teuer im Unterhalt: Die Erasmuskapelle unter dem St.-Mangplatz. Foto: Archiv

Dass das Museumskonzept mehr sein soll als blanke Theorie, war in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses zu erfahren. „Wir sind im römischen Teil konkret an der Umsetzung des Masterplans“, frohlockte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU).

„Ausräumen im positiven Sinn“ nannte Kemptens Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber die für kommendes Jahr angesetzten Verbesserungen der Ausstellung im Archäologischen Park Cambodunum (APC). Diese sei zwar „noch intakt“, aber angesichts der 25-Jahr-Feier des APC im Oktober 2012 „soll sie attraktiver werden“. Weniger Vitrinen in der Umgangshalle des Tempels sollen „mehr Platz schaffen“ und auch von den „großen Texten“ wolle man sich zugunsten medialer Vermittlung von Infor-mationen verabschieden. Im „weitgehend leeren Raum am Ende des Umgangs“ soll dafür eine Videowand installiert werden. Auf etwa 140 000 Euro bezifferte Dr. Richard Schießl, Referent für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung, die Maßnahmen zur Erneuerung der Ausstellungspräsentation. Mit weiteren 60 000 Euro soll unter anderem ein mit roten Punkten markierter APC-Rundgang umgesetzt werden und auch die im Museumskonzept angedachten 3-D-Bilder, die auf bestehenden Hausfassaden Gebäude aus der Römerzeit nachvollziehbar machen sollen, rückte Weber in greifbare Nähe. Teure Kapelle Laut Schießl sollen im Haushalt 2012 für die Planung zur Sanierung des Zumsteinhauses 50 000 Euro bereit gestellt werden. Mit Blick auf die Entwicklung der Stadtbibliothek nannte er 3000 Euro für eine gegenüberstellende Untersuchung von Marstall und Orangerie. Unabhängig vom künftigen Standort werde die Erweiterungsentwicklung rund 95 000 Euro kosten, kündigte er an. 60 000 Euro veranschlagte er für archäologische Rettungsgrabungen, unter anderem im Bereich Hildegardplatz, Zwingerstraße und, wie Weber einflocht, „eventuell auch Kaufbeurer Straße, wo römische Gräber sein könnten“. 33 700 Euro tiefer in die Tasche greifen muss die Stadt für den Betrieb der Erasmuskapelle, der laut Weber durch gestiegene Energie-, Abwasser- und Sicherheitskosten teurer ausfalle als geplant. Zudem kämen fast die Hälfte der Besucher im Rahmen geschlossener Führungen, was, so Weber, durch intern mit dem Tourist-Service vereinbarte günstigere Eintrittspreise Mindereinnahmen bedeute. Ab Mitte März 2012 soll nun eine Stundentaktung bei den Führungen helfen Personal und damit Kosten zu sparen. Dadurch bleibe nämlich mehr Zeit für den Ticketverkauf und die bis dahin „entschleunigte“ Medienpräsentation. So könne künftig statt der bisher zwei Personen, eine Einzelkraft die Abwicklung bewältigen. "Teuer zu stehen" Man habe seinerzeit der Erasmuskapelle zwar freudig zugestimmt, „aber sie kommt uns teuer zu stehen“, monierte Michael Hofer (ödp), dass der Kartenverkauf nicht im „teuren“, eigens dafür gebauten Raum stattfinde. Weber verteidigte die „getrennte Situation“ – Besuch der Sankt Mangkirche mit begleitender Ausstellung, Info und Kartenverkauf und der Präsentation dann in der Erasmuskapelle – als „Idealfall für den Besucherservice“. Er sei „guten Mutes“, dass die angestrebte Kooperation mit Kirche und Diakonie klappe. Der Kulturausschuss gab einstimmig „grünes Licht“ für die geplanten Investitionen.

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