Sinnvolle Kooperation

Ab dem kommenden Schuljahr soll in der Nordschule eine Außenklasse der Astrid-Lindgren-Schule gebildet werden. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Mitglieder des Schulausschusses in ihrer jüngsten Sitzung. „Diese Außenklasse soll in Inklusionsform in der ersten Jahrgangsstufe beginnen und vier Jahre in der Nordschule geführt werden“, erläuterte Benedikt Mayer, Leiter des Jugend-, Schul- und Sozialreferats. Außerdem sei sie als Ganztagsklasse vorgesehen und sich aus 12 bis 14 Grundschulkindern und sechs bis acht Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zusammensetzen, erklärte Mayer.

Die Leitung der Klasse übernehmen eine Volksschullehrkraft und eine Sonderschullehrkraft. Unterstützt werden sie von einer medizinischen Fachkraft und einer Erzieherin der Astrid-Lindgren-Schule. Mayer zufolge handelt es sich hierbei um einen Modellversuch an verschiedenen Grundschulen in Bayern. Die Nordschule ist eine von zwei Schulen in Schwaben für das Projekt. „Das Staatliche Schulamt und die Regierung von Schwaben, die für den Förderschulbereich zuständig ist, unterstützen diese Lösung“, so Mayer. Diese Form einer Klasse entspreche dem Gedanken der Behindertenrechtskonvention, also dem Ziel möglichst viele behinderte Kinder in der Inklusionsform in Regelschulen zu betreuen und zu bilden, sagte der Referatsleiter. Auf die Art der Behinderung kommt es dabei nicht an. "Nicht ganz einfach" Für die Einrichtung einer solchen Inklusionsklasse müssen natürlich auch die baulichen Gegebenheiten innerhalb des Gebäudes entsprechend angepasst werden. Zusätzlich muss ein Raum für die pflegerische Betreuung der Kinder, ein Behinderten-WC mit einer Duscheinrichtung bereitstehen und alle Räume müssen barrierefrei erreichbar sein. Da es sich um eine Ganztagsklasse handelt, müssen auch die Mittagsbetreuungsbereiche für alle zugänglich sein. „Das ist in der Nordschule nicht so ganz einfach“, schilderte Mayer. Die beiden Schulleiter Ulf Kronmüller (Nordschule) und Dr. Thomas Störmer (Astrid-Lindgren-Schule) meinen jedoch, dass die Kooperation zwischen den beiden Schulen besonders gut geeignet sei, da in der Nordschule ein gutes Raumangebot zur Verfügung stehe und aufgrund der Nähe der beiden Schulen die Erreichbarkeit und der Personalaustausch besonders günstig erfolge, erläuterte Mayer. „Technisch und konzeptionell sind diese Anliegen gut lösbar“, bestätigte er. Die notwendigen Baumaßnahmen würden auch die Qualität für alle anderen Benutzer der Nordschule verbessern. Die Kosten für die Maßnahmen liegen bei rund 147000 Euro. Schulrat Johann Fasser begrüßte das Vorhaben Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam, ganztags zu betreuen. „Da haben beide Schulen einen Nutzen und die räumliche Nähe ist von Vorteil“, sagte er. Auch Lothar Köster (SPD) zeigte sich begeistert: „Diese Kooperation sollte man irgendwann in allen Schulformen erreichen.“ 40 Prozent der Kosten würde der Verein Körperbehinderte mit der Aktion Mensch bezuschussen, schilderte Mayer. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass der Verein als Bauherr auftritt. „Das ist über den Abschluss eines Mietvertrages zwischen der Stadt und dem Verein Körperbehinderte durchaus leistbar“, führte er an. Eine solche Lösung gab es beispielsweise bereits bei der Bildung einer Außenklasse in der Volksschule Heiligkreuz. Die restlichen 60 Prozent des Bauaufwandes stellt die Stadt dem Verein Körperbehinderte als Zuwendung zur Verfügung. Der Mietvertrag für die Räume der Nordschule läuft vorerst für zehn Jahre, erklärte Mayer abschließend. Der Schulausschuss stimmte dem Vorhaben geschlossen zu.

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