Situation beäugt

Die Verkehrssituation in der Brennergasse ist derzeit nicht optimal. Die SPD will sich für Verbesserungen einsetzen. Foto: privat

Im Rahmen einer Ortsbegehung machte sich der SPD-Ortsverein Kempten Mitte-West vergangene Woche ein Bild zur Verkehrssituation in der Brennergasse. Es zeigte sich, dass mit Rücksichtnahme auf alle Beteiligten am Straßenverkehr ein verträgliches Miteinander gegeben wäre – genau daran fehlt es nach Meinung der SPD jedoch.

Generelles Problem ist das zu schnelle Fahren der Autos und Radfahrer. Ursache ist, dass die Verkehrszeichen am Beginn bzw. Ende des verkehrsberuhigten Bereiches nicht beachtet werden. Außerdem sind die Schilder schwer zu erkennen. Dazu kommt durch das Angebot des „Integrierten Wohnens“, dass zu bestimmten Zeiten ein hohes Verkehrsaufkommen mit Transportfahrzeugen für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung notwendig ist. Im Beisein von Anwohnern, Alexander Schwarz von der Sozialbau, und Dietmar Markmiller von den Altstadtfreunden diskutierten die Anwesenden verschiedene Lösungsvorschläge (zum Beispiel eine Einbahnregelung zwischen Burghaldegasse und Burgstraße). Schnell zeigte sich, dass diese aber Belastungen in anderen Straßen zur Folge hätte. So wird die Webergasse bereits jetzt als Schleichweg benutzt und bei der Begehung wurden auch dort erhebliche Gefahrenmomente durch den sich begegnenden Verkehr beobachtet. Der Bedarf an quartiersbezogenen Parkplätzen ist groß, bei der Sozialbau besteht eine Warteliste für die vorhandenen Tiefgaragen. Stadtrat Siegfried Oberdörfer äußerte in der Diskussion die Auffassung, dass das Projekt „Integriertes Wohnen“ in der Brennergasse Vorrang hat. Einhellig wurde eine stärkere Verkehrsüberwachung gefordert. Nach Auskunft eines Bewohners hat Volker Reichle, vom städtischen Amt für Tiefbau und Verkehr im August zugesagt, demnächst eine mobile Anlage aufzustellen, die den Autofahrern ihre Geschwindigkeit anzeigt und die Verkehrsströme misst. Dies muss dem Bewohner zufolge schnell erfolgen. Als nützlich wird seitens der Anlieger nur die strafbewehrte Ahndung der Verstöße bei hoher Kontrolldichte angesehen, da nur die Belastung des eigenen Geldbeutels zu einer Einsicht führe. Parkzonen ausweisen Um generell den Verkehr zu bremsen, regte Stadträtin Ingrid Vornberger an, Parkzonen versetzt an beiden Straßenseiten in der Brennergasse und Burghaldegasse auszuweisen. Es könnten dann zwei Parkplätze an der Einmündung zur Brennergasse so umgewidmet werden, dass in ihnen die Transportfahrzeuge halten dürfen. Die Gefährdung durch die Fahrzeuge für den Personentransport wäre so vermindert. Von den Bewohnern mit Rollstühlen wurden zwei weitere Gefährdungen benannt: Die Raucher unter den Besuchern des Internetcafés Ecke Burgstraße/Brennergasse würden den Bürgersteig und den Zugang zum Überweg Burgstraße versperren. Außerdem räume der Winterdienst den Schnee wegen des unebenen Plattenbelags in der Brennergasse nur unzureichend, so dass mit den Rollstühlen die Bewegungsfreiheit nur eingeschränkt bis unmöglich ist. SPD-Ortsvorsitzender Karl-Heinz Hoffmann und Dietmar Markmiller schlugen vor, da die Probleme sich auf das ganze Quartier auswirken, noch eine Versammlung für das Quartier zur Abstimmung der Maßnahmevorschläge abzuhalten. Ludwig Frick betonte, dass sich die SPD-Stadtratsfraktion mit der Problematik befassen wird und der Stadtverwaltung entsprechende Anträge zukommen lassen wird.

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