Sommergespräch des Bundesministers in seiner Heimatgemeinde Durach

Bürger fragen – Müller antwortet

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Gut besucht war am vergangenen Wochenende das Sommergespräch des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, in dessen Heimatgemeinde Durach. Zur aktuellen politischen Großwetterlage wurde der Minister vom Moderator und ehemaligen Bürgermeister Herbert Seger und vom anwesenden Publikum befragt.

Durach – Der Bundestag ist in die großen Ferien gegangen und das politische Berlin liegt im sommerlichen Tiefschlaf. Das ist die Gelegenheit für die Mitglieder der Bundesregierung und Abgeordneten des Bundestages sich daheim in ihren Wahlkreisen den Wählern zu zeigen und mit diesen die Themen der Zeit zu diskutieren. So tat es auch der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, der am vergangenen Samstagabend zu einem Sommergespräch in den Museumshof in seine Heimatgemeinde Durach einladen hatte.

Rund 200 Interessierte fanden sich dann zu Brezen, Bier und frischen Äpfeln ein, um in einen lockeren Dialog mit dem Bundesminister zu treten. Vorab referierte Müller über die Kernfelder seines Ressorts, sprach über Entwicklungshilfe vor Ort, den Fairen Handel und nannte positive Beispiele von gelungenem Wandel in Ländern wie dem zentralafrikanischen Ruanda. Er mahnte wiederholt die Verantwortung jedes einzelnen Verbrauchers an, mit seinem Kaufverhalten ein Stück weit die Dinge voranzubringen. Nicht allein der Preis einer Ware, seien es Kleidung oder Rohstoffe für Smartphones, sei maßgeblich, sondern wie innerhalb des Erzeugungsprozesses die Menschen fair an der Wertschöpfung beteiligt würden. Die Aussichten insbesondere der afrikanischen Länder hinsichtlich Wachstum und Wohlstand sah der Bundesminister allerdings eher düster. Dabei, so Müllers Meinung, sei es gerade wichtig, vor Ort den betroffenen Menschen zu helfen, um Fluchtursachen zu bekämpfen.

Flüchtlinge und die Türkei

Natürlich war die Flüchtlingskrise auch ein Thema des Abends. Hier vertrat Müller die Position, dass eine ähnlich hohe Zahl an Immigranten wie im vergangenen Jahr in diesem Jahr nicht zu bewältigen sei. Für Müller liegt die Lösung der Krise in einem Mix aus Maßnahmen – schnellere Abschiebung bei abschlägigen Asylverfahren, Hilfe für die Menschen vor Ort in den Ländern mit hohem Auswanderungspotential, das Sichern der EU-Außengrenzen und Vereinbarungen mit Ländern wie der Türkei, auch wenn diese autokratisch regiert würden. Zum „Flüchtlings-Deal“ mit der Türkei gab es mehrere Meldungen unter der Zuhörerschaft. So vertrat der anwesende Monsignore Josef Hochenauer Pfarrer i.R. die Ansicht, dass es der Bevölkerung schlecht zu vermitteln sei, wenn die Bundeskanzlerin weiterhin über Beitrittsverhandlungen mit der Türkei rede, aber eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sich strikt dagegen ausspräche. Eine Politik, die so tue, als gebe es in Europa in der Bevölkerung den Wunsch die Türkei möge der EU beitreten, müsse sich den Vorwurf der Heuchelei gefallen lassen, so Hochenauer.

Müller hob in diesem Zusammenhang auf die zentrale Rolle der Türkei in der Flüchtlingskrise ab und lobte das Agieren Ankaras in punkto „Flüchtlings-Deal“. Es sei zudem wichtig mit der Türkei wirtschaftlich wie politisch weiter gut zusammen zu arbeiten. Im Rahmen des Sommergesprächs begrüßte der Bundesminister dann noch zehn minderjährige, unbegeleitete Flüchtlinge, die Teilnehmer des Projektes „Jugend in Bewegung – Jugendliche gestalten Zukunft“ sind. In diesem Projekt, das unter der Schirmherrschaft von Müller steht und vor Ort von der Mitarbeiterin der NGO Engagement GLOBAL, Dr. Judith Abdel-Massih-Thiemann, geleitet wird, sollen junge Flüchtlinge dazu ermuntert werden, Ideen und Ansätze zu entwickeln, wie sie sich z.B. durch ehrenamtliche Tätigkeiten besser in die Gesellschaft einbringen können.

Jörg Spielberg

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