Viertklässler der Grundschule Kottern-Eich führen selbst erdachte Figurentheaterstücke auf

"Wünsche" im Mittelpunkt

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Ein Blick auf das fertige Theaterstück – mit den selbstgebastelten Puppen der Viertklässler. Die Mitschüler und auch die Eltern waren begeistert.

Kempten – Wie kann man Kindern und Jugendlichen das richtige Gefühl für Werte, Wirklichkeit und Wünsche vermitteln?

Ganz einfach: Man nehme die Idee, frage eine aufgeschlossene Lehrerin an, packe 24 kreative Schülerinnen und Schüler hinzu, füge zwei Wochen Zeit hinzu und würze dies mit einem Figurentheaterkurs, gestaltet durch das Theater Ferdinande. 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Klasse 4a der Grundschule Kottern-Eich war von Anfang an zusammen mit ihrer Lehrerin Vivienne Kunad begeistert dabei und führte als Höhepunkt des Projekts vor den Mitschülern und Eltern bravourös zwei kleine, selbst erdachte Theaterstücke rund um das Thema „Wünsche“ auf. Die Idee zu diesem Gemeinschaftsprojekt kam von Susanne Greiner, Leiterin der Schuldnerberatung der Diakonie Kempten Allgäu, finanziell gesponsert wurde das Projekt rund um Wünsche und Begehrlichkeiten von der Sparkasse Allgäu. 

Schon seit längerer Zeit suchte die Schuldnerberaterin im Rahmen der Präventionsarbeit nach einer passenden Gelegenheit, das Thema „Geld“ an junge Leute (und ihre Eltern) zu bringen. „Kinder und Jugendliche sollten schon früh mit ihrem Taschengeld haushalten lernen, sollten um Werte wissen und inwieweit sich Wünsche realisieren lassen.“ Daher war es für sie wichtig, dass auch das Lehrerkollegium und die Eltern der Kinder in das Projekt einbezogen werden. 

Sich bemühen lernen 

Mit einer Sammlung von Wünschen begann dann alles in der Klasse 4a. Vom Handy bis zum Hamster, vom Bayerntrikot bis zu Opas Gesundheit war alles vertreten. „Beim genaueren Hinsehen stellten die Mädchen und Jungen fest, dass es Wünsche gibt, die man kaufen kann und Wünsche, um die man sich bemühen muss. Sie bemerkten, dass die Erfüllung mancher Wünsche gar nicht beeinflusst werden kann und dass Wünsche auch unerfüllt bleiben können“, berichtete Lehrerin Vivienne Kunad. Auch der Einfluss der Werbung wurde dabei deutlich. Die Frage, was für eine Figur die eigene Theaterpuppe werden soll, brachte ein paar Kinder schon zum Grübeln – zu fest waren die „Stars“ aus Fernsehen und Computerspielen im Kopf verankert. Mit einem „Phantasie-Schubs“ von Elke Gehring und Anke Leupold vom „Theater Ferdinande” kamen schließlich ganz eigene Kreationen zustande. 

Dazu gab es auch einige wichtige Puppenspielgrundlagen: Die Augen der Figur müssen zum Beispiel immer ins Publikum blicken können – der Spieler wiederum darf seine Figur nicht aus den Augen lassen, damit sie lebendig wird. Dann ging es ans Manuskript: Bei der ersten Gruppe beklagten sich König und Königin über die vielen (teuren) Wünsche der Kinder, die über die Anschaffung eines Haustieres in andere Bahnen gelenkt wurden. Mit Wortwitz, Schellenklang und Lichtgewitter wurde das Thema schließlich umgesetzt. Die andere Gruppe erzählte vom Besuch des Zirkus in der Stadt. 

Hier nahm sich ein Vater Zeit, mit seinen Kindern hinzugehen. Andere Figuren, ein Bub mit Irokesenschnitt („Ich hab meine Haare neu gefärbt.“) und ein Angeber („Schau, ich hab neue Kopfhörer.“) schauten ihnen nach – und wären gern dabei gewesen… Die Zuschauer beider Theatersequenzen waren beeindruckt – und den Kindern haben die Arbeitseinheiten rund um das Thema Geld, Wünsche und Werte trotz (oder gerade wegen) einiger Mühen viel Freude bereitet. Mehr konnte sich Schuldnerberaterin und Initiatorin Susanne Greiner gar nicht wünschen… – oder doch?

Wenn weitere Schulen an einem (ähnlichen) Projekt Interesse haben, können sie sich unter der Telefonnummer 0831/54 059 52 mit der Schuldnerberatung der Diakonie Kempten-Allgäu in Verbindung setzen.

mori

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