Spannung bis zum Schluss

Es war ein Wettkampf, der spektakulär begann und ebenso spektakulär mit einem 44:34-Erfolg für die TG Allgäu endete. Gleich das erste Duell zwischen der TG und dem MTV Ludwigsburg begann vielversprechend. Andreas Rüdinger, der beste Ludwigsburger Kunstturner, zeigte eine hochkarätige Bodenübung, die vom Allgäuer Vitaly Kardashov pariert wurde. Kardashov, der bei der WM in London unter 250 Turnern den 52. Platz belegt hatte, gewann mit 4 Scorepunkten. Lukas Schlotterer, das „Küken“ der TGA, legte nach und gewann ebenfalls mit vier Scorepunkten.

Artjem Weimer konnte den Vorsprung um einen weiteren Scorepunkt ausbauen. Von jetzt an schien für die TGA alles nach Wunsch zu laufen. Doch der Eindruck täuschte. Mit guten Haltungsnoten errangen die Ludwigsburger Turner Vorteile am Pferd und an den Ringen und so gingen die Allgäuer Kunstturner nach den ersten drei Geräten lediglich mit einem hauchdünnen Vorsprung von zwei Scorepunkten in die Pause. Der Sprung ist gewöhnlich eine sichere Bank der TGA. Aber dieses Mal gelang es lediglich Kardashov, sein Duell mit einer starken Leistung und vier Scorepunkten für sich zu entscheiden. Uli Benker, Artjem Weimer und Michael Läufle konnten ihre Gegner nicht bezwingen. Damit hatte der MTV Ludwigsburg sich nach vier Geräten einen Vorsprung von zwei Scorepunkten erturnt. Nun mussten die letzten beiden Geräte, Barren und Reck, die endgültige Entscheidung bringen. Uli Benker entschied den ersten Vergleich mit einer gelungenen, sauberen Übung für sich. Ausschlaggebend war die starke mentale Leistung des Kapitäns. Das Blatt schien sich nun zu Gunsten der TGA zu wenden, sie lag mit einem Scorepunkt vorn. Aber die Kampfrichter bewerteten die schwierigeren Übungen von Artjem Weimer, Vitaly Kardashov und Lukas Schlotterer schlechter als die leichteren, aber sauber geturnten Übungen der Gegner. Ludwigsburg lag nach fünfGeräten mit vier Scorepunkten vorn. Alles musste sich nun am Reck, dem Königsgerät der Kunstturner, entscheiden. Noch einmal durften die Kunstturner sich einturnen, ehe der Wettkampf aufs Neue begann. Die 350 Zuschauer fieberten der Entscheidung förmlich entgegen. Mit hochkarätigen Flugeinlagen und einem sauber in den Stand gebrachten Abgang legte Artjem Weimer gleich im ersten Vergleich die Messlatte für seinen Gegner sehr hoch. Er gewann mit fünf Scorepunkten. Kardashov turnte noch etwas schwieriger, wurde aber nicht dafür belohnt. Trotzdem gewann er weitere drei Scorepunkte für die TGA. Als dann auch noch Lukas Schlotterer drei Scorepunkte hinzugewann, war der Wettkampf für die TGA nicht mehr zu verlieren. Jetzt zeigte auch Stephan Urbin, was in ihm steckt. Seine sauber und sicher geturnte Übung, gespickt mit Höchstschwierigkeiten, bescherte der TGA ein weiteres Plus von drei Scorepunkten. Damit hatten die Allgäuer Kunstturner trotz des Verlustes von vier Geräten den Wettkampf am Ende sicher mit zehn Scorepunkten Vorsprung gewonnen. Purer Nervenkitzel „Das war ein echter Krimi,“ sagte Armin Flaig, Präsident der TGA, und fügte hinzu: „Aber mit einem guten Ausgang für uns. Damit haben wir unsere Chance auf den Aufstieg in die nächst höhere Kunstturnklasse auf jeden Fall gewahrt.“ Topscorer der TGA waren: Vitaly Kardashov, 16 Punkte; Artjem Weimer, acht Punkte; Lukas Schlotterer, sieben Punkte. Die TGA trat in der Aufstellung Uli Benker (Kapitän), Michael Läufle, Jürgen Hartner, Martin Hartner, Stephan Urbin, Stephan Haydn, Artjem Weimer, Lukas Schlotterer, Florian Schreiber und Vitaly Kardashov an. Der nächste Heimwettkampf findet am 21. November statt. Am 7. November muss die TGA in Heidelberg antreten.

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