Sparen, sparen und sparen

Vor die Hunde gehen lassen wollen die Verantwortlichen den Klinik-Standort in der Memminger Straße letztlich zwar nicht, doch der Unterhalt der Einrichtung soll sich künftig angesichts der geplanten Einhäusigkeit nur noch auf das Nötigste beschränken. Veranschlagte Sanierungskosten in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro bezeichnete Klinik-Verbundchef Andreas Ruland am Mittwoch im Aufsichtsrat beispielsweise als „absolut indiskutabel“. Auch in anderen Bereichen suchen die Verantwortlichen derzeit überall nach weiteren Einsparmöglichkeiten.

Das Spardiktat und die möglicherweise schon bald bevorstehende Einhäusigkeit (siehe eigenen Bericht) der beiden Krankenhäuser machen es nötig: Beim Unterhalt der Einrichtung Memminger Straße soll sich in Zukunft nur noch auf das Notwendigste konzentriert werden. So sollen statt der vom Fachplaner kalkulierten 1,8 Millionen Euro lediglich noch 300 000 bis 500 000 Euro in die Instandhaltung investiert werden. Ähnlich ergeht es dem in die Jahre gekommenen Linksherzkathedermessplatz in der Memminger Straße. Ebenfalls wegen des demnächst irgendwann bevorstehenden Umzugs in die Robert-Weixler-Straße sollen auch hier keine größeren Investitionen mehr getätigt werden, erläuterte Ruland. Erst nach vollzogenem Umzug werde man wieder Geld in eine neue Anlage stecken, kündigte er an. Verbesserte Organisation Verschärft werden wird die Situation am Kemptener Klinikum durch die Gesundheitsreform. Welche konkreten Auswirkungen die Reform auf die Häuser in Kempten und dem Oberallgäu haben wird, sei derzeit zwar noch nicht absehbar. Man müsse aber davon ausgehen, dass im stationären Bereich insgesamt Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro vorgesehen sind, so Ruland. Erfahrungsgemäß werde es wahrscheinlich eher sogar noch schlimmer für den Krankenhaussektor kommen. Auf der Suche nach Einsparpotenzialen sollen auch die Organisationsabläufe in den Abteilungen weiter verbessert werden. Deshalb würden die Prozesse von Experten analysiert. In manchen Bereichen sehe es zwar schon ganz gut aus, in anderen müsse aber noch an den Abläufen gearbeitet werden, teilte der Chef des Klinik-Verbundes Kempten-Oberallgäu mit.

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