Sparsames Denkmal

Wer wissen möchte, wie viel Strom und Wärme das Kemptener Rathaus verbraucht, der kann das jetzt nachlesen. Denn gemäß der Energievorordnung von 2007, die auf der europäischen Energierichtlinie fußt, muss die Stadtverwaltung die energetischen Daten aller Gebäude mit über 1000 Quadratmetern Nutzfläche, in denen Ämter, Behörden oder ähnliches untergebracht sind, öffentlich aushängen. Als erstes bekam am vergangenen Mittwoch das Rathaus seinen Energieausweis.

OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) hatte zu Beginn der Legislaturperiode das Ziel ausgerufen, Kempten zu einer Vorzeigestadt im Klimaschutz zu machen. Der Energieausweis, der nun eingerahmt im Eingangsbereich seines Dienstgebäudes an der Wand hängt, soll „nach außen hin klar machen: Wo steht dieses Gebäude.“ Für ein derart altes Haus sind die Verbrauchswerte gut, führte Hans Räth, städtischer Energieberater, aus. Räth hat den Energieausweis erstellt, darüber hinaus für 37 weitere städtische Gebäude, die unter die Richtlinie fallen. Den Wärme- und Stromverbrauch der Häuser stellen Grafiken dar. Farbcodes verraten, ob ein Gebäude mehr oder weniger Energie verbraucht als ein durchschnittlicher sanierter Altbau. Grün steht für einen guten Wert, gelb bedeutet Mittelmaß und rot signalisiert Handlungsbedarf. Im Falle des Rathauses zeigt der Pfeil jeweils auf grün, so wie bei den meisten der 38 Gebäude, in denen jetzt ein Energieausweis öffentlich aushängt, so Räth. Schwierig sei es, bei dem denkmalgeschützten Gebäude einen Kompromiss zwischen Klimaschutz und den Anforderungen der Denkmalpflege zu finden, so Netzer. Wie Hochbauamtschef Hans Henkel erklärte, sei das oberste Stockwerk zwar voll wärmegedämmt, nicht aber die Fassade – wegen des Denkmalschutzes. Musterbeispiel in Kempten sei das Passivhaus in St. Mang, das den Kindergarten Einstein beherbergt. Hier zeigt der Pfeil gar auf das Maximum der grünen Skala.

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