Salzstraße soll auch in Zukunft während der Festwoche gesperrt werden

Probephase bestanden

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Auch im kommenden Jahr wird die Salzstraße im rot markierten Abschnitt gesperrt und der Verkehr während der Festwoche umgeleitet.

Kempten – Zwar seien einige Probleme während der ersten drei Tage aufgetreten, insgesamt sei die Sperrung der Salzstraße während der Festwoche aber auch aus verkehrsrechtlicher Sicht unproblematisch verlaufen, so Volker Reichle vom Amt für Tiefbau und Verkehr am vergangenen Dienstag im Verkehrsausschuss. Die Festwochenleitung hatte bereits in der Sitzung des Werkauschusses im Oktober von positiver Resonanz seitens Besucher und Aussteller berichtet (der Kreisbote berichtete). Auf Antrag von Regina Liebhaber (SPD) wurde die Straßensperrung in einer gemeinsamen Sitzung des Verkehrs- und Werkausschusses jetzt erneut behandelt.

Auch aus Sicht der Polizei, die sich mit den Erfahrungen der Verwaltung deckt, seien die Probleme auf der eingerichteten Umleitungsstrecke (Bodmanstraße, Frühlingsstraße und Eberhardstraße) eher moderat gewesen, berichtete Reichle. An den ersten beiden Tagen mussten sich die Verkehrsteilnehmer zwar erst an die Sperrung gewöhnen und es seien vermehrt Beschwerden eingegangen, in den darauffolgenden Tagen habe sich das aber gelegt. Dieses Phänomen sei üblich und werde bei jeder Baumaßnahme festgestellt.

Ein Unfall in der Frühlingsstraße kann dem weiteren Umfeld der Umleitung zugerechnet werden – hier wurde ein parkender Pkw angefahren – im kommenden Jahr soll deshalb dort mit einem Halteverbot nachgebessert werden. Von Seiten des Rettungsdienstes und der Feuerwehr seien keine Beschwerden eingegangen.

Eine Verkehrszählung wurde sowohl während der Sperrung als auch nach der Festwoche, jeweils freitags im Zeitraum von 10 bis 12 Uhr, durchgeführt. So wurden in der Bodmanstraße während der Sperrung 410 Fahrzeuge pro Stunde in beide Richtungen gezählt, außerhalb der Sperrungszeit 147 Fahrzeuge. In der Frühlingsstraße sei die Zahl von 49 Fahrzeugen außerhalb der Sperrung auf 240 Fahrzeuge während der Sperrung gestiegen, in der Eberhardstraße konnten 142 Fahrzeuge mehr pro Stunde gezählt werden, wobei man dort auch mit Falschfahren zu kämpfen hatte, die trotz Einbahnregelung in Richtung Salzstraße gefahren sind, so Reichle. Insgesamt seien die Zahlen aber moderat gewesen, betonte er. „Sogar Busse sind in die falsche Richtung durchgefahren“, widersprach Ullrich Kremser (FDP) Reichles Vortrag. Er habe den Verkehrsstau selbst gesehen und auch Beschwerden seien direkt bei ihm als Anlieger eingegangen. Dass man die Verkehrsführung im kommenden Jahr optimieren und die Eberhardstraße in beide Richtungen befahrbar sein müsse, sahen auch Hans-Peter Hartmann, Klaus Knoll (beide FW) und Karl Sperl (CSU) als notwendig. So könnten auch die Geschäfte aus dem Umfeld vom Verkehrsfluss profitieren, betonte letzterer.

Wie berichtet, hatten sich anliegende Geschäftsinhaber bei Stadträten über Umsatzeinbußen während der Sperrung der Salzstraße beschwert. Um diese Situation zu verbessern, sei es aus Sicht der Festwoche denkbar, eine Umplanung vorzunehmen und im Bereich Salzstraße Nord künftig einen Ein- und Ausgang für Festwochenbesucher zu errichten, so Dr. Richard Schießl, Leiter des Referats für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung. Dann könnten die Geschäfte von den ein- und ausgehenden Besuchern profitieren. Auch sei die Überlegung, betroffenen Geschäften als Ausgleich kostenlose Bannerwerbung im Festwochengelände oder Anzeigen im Messejournal anzubieten.

Die alternative Brücke, die immer wieder ins Gespräch gebracht wird, sei nach erneuter Prüfung nicht möglich. Aktuell gültige Vorschriften würden ein teures und riesiges Konstrukt erfordern, für dessen Aufbau ebenso eine zweitägige Sperrung der Salzstraße notwendig sei und auch die Barrierefreiheit sei fraglich. Hans-Peter Hartmann zeigte sich erfreut, dass durch die Sperrung der Salzstraße ein bisheriger Unfallschwerpunkt herausgenommen wurde. Zudem herrsche während der Festwoche Urlaubszeit und auf den Straßen sei generell weniger Verkehr, „das spielt uns natürlich in die Karten“.

Mit Gegenstimmen von Kremser und Ingrid Vornberger (SPD) sprach der Werkausschuss dem Verkehrsausschuss die Empfehlung aus, die Salzstraße im Bereich zwischen Bodman- und Eberhardstraße zu sperren. Im Verkehrsausschuss fiel der Beschluss einstimmig. Die beidseitige Befahrbarkeit der Eberhardstraße währen der Sperrung soll seitens der Verwaltung geprüft und das Ergebnis dem Verkehrsausschuss vorgelegt werden.

Lea Stäsche

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