Pavillon am Hildegardis-Gymnasium

"Jetzt muss er weg"

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„Man hätte den Pavillon abreißen sollen.” Klare Worte findet OB Netzer zur Situation am Hildegardis-Gymnasium.

Kempten – Erwartungsgemäß hat sich die CSU-Fraktion mit ihrem Antrag, Geld für den Ausbau des Hildegardis-Gymnasiums bereit zu stellen, am Montagabend im Haupt- und Finanzausschuss durchgesetzt.

Entsprechend dem einstimmigem Beschluss des Gremiums stehen ab 2014 1,5 Millionen Euro im städtischen Haushalt für das Vorhaben zur Verfügung. Für weitaus mehr Diskussionen und gereizte Stimmung sorgte aber, dass sich an der maroden Sportanlage des Allgäu-Gymnasiums trotz aller Versprechen noch immer nichts getan hat.

Dass die Zustände am Hildegardis-Gymnasium – dort wird derzeit ein eigentlich schon ausgemusterter Pavillon für den Unterricht benutzt – nicht länger tragbar sind, war jedem der Ausschussmitglieder klar. Weniger klar war aber vor allem Helmut Hitscherich (UB/ödp), warum die Sanierung der maroden Sportanlage des Allgäu-Gymnasiums (AG) im Gegensatz zu den Beschlüssen vom vergangenen Jahr auf 2014 verschoben wird. Wie seinerzeit mehrfach berichtet, sind Sportanlage und Betriebsgebäude in einem schlechten Zustand. Zumindest der niedergerissene Zaun wurde kürzlich repariert.

Genervter OB

OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) wies auf Anfrage von Hitscherich darauf hin, dass das Dach des Betriebsgebäudes mittlerweile repariert worden sei. „Das Gebäude funktioniert – ganz einfach“, so der spürbar genervte OB.

Benedikt Mayer, Leiter des zuständigen Referats V, erklärte, dass die Verwaltung es noch nicht geschafft habe, einen Förderantrag für die Sportanlage zu stellen. Daher müsse die Sanierung der Sportanlage um ein Jahr verschoben werden – was Hitscherich erneut auf die Palme brachte. „Diesen Antrag hätte man schon viel früher stellen müssen“, schimpfte er.

Unterstützung erhielt Hitscherich von Grünen-Fraktionschef Thomas Hartmann, der dem AG-Sportplatz einen „bemitleidenswerten Zustand“ attestierte, und auch Johann Lederle (CSU) warnte: „Die anderen Schulmaßnahmen sollten aber wegen des Hildegardis-Gymnasiums nicht vernachlässigt werden“, sagte er und erinnerte gleichzeitig an den ebenfalls noch zu sanierenden Chemietrakt des AG. Dieser soll laut Investitionsplan ebenfalls erst ab 2014 für rund 1,6 Millionen Euro ertüchtigt werden.

Regierung entscheidet

Dennoch sprach sich das Gremium einstimmig für einen Antrag der CSU aus, ab 2014 zunächst 1,5 Millionen Euro im Haushalt für einen Pavillon-Ersatz am „Hilde“ bereit zu stellen. „Der Unterricht ist in den Räumen nicht mehr abwickelbar“, hatte CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier zuvor für seinen Antrag geworben. „Das wäre ein gutes Zeichen für die Schule.“ OB Netzer bestätigte, dass es seinerzeit ein Fehler gewesen sei, den Pavillon nicht abzureißen. „Jetzt muss er weg“, betonte er.

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat allerdings die Regierung von Schwaben in Augsburg, die über das Raumprogramm der Schulen entscheidet. Sowohl Netzer als auch Mayer gingen am Montagabend davon aus, dass die Liste bis Weihnachten vorliegen werde.

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