"Sprechstunde" in Altusried

Die große Zahl der Bürger, die sich jetzt zur „Sprechstunde“ mit Bürgermeister Heribert Kammel im Rösslesaal eingefunden hatten, lässt auf reges Interesse am Zustand ihrer Gemeinde schließen. Eröffnet wurde der Bericht zur Lage mit vielen Zahlen, die unterm Strich die Bewertung zulassen, dass die Marktgemeinde finanziell einigermassen gut dasteht.

Zum Thema Schule war zu vernehmen, dass Altusried eine von zwei Schulen in ganz Bayern ist, an der der M5-Zweig angeboten wird. Der Grund hierfür ist die Lage am Berührungspunkt zweier Landkreise und zweier Bundesländer. Wenn weitere Voraussetzungen erfüllt sind, wird die Haupt- zur Mittelschule. Konkret wurden Ganztagsbetreuung und der Einsatz eines Sozialarbeiters angesprochen. Das Interesse an der Ganztagsbetreuung wächst ständig (2005 acht Anfragen, 2009 bereits 22). Für diese Zahl ist das Bistro zu klein, die Lehrküche gleichermaßen. Kosten kommen auf die Gemeinde auch beim Brandschutz und für die Ausstattung eines EDV-Raumes zu. „ Die Schule ist eine ewige Baustelle“, stellte Kammel fest, aber er persönlich wie auch der Gemeinderat vertrete einhellig die Meinung, dass sie die höchste Priorität besitze. Dass sich etwas tut sei daran zu erkennen, dass ab der 7. Klasse jeder Schüler eine Woche in fünf verschiedenen Berufen unter Anleitung eines Meisters unter dem Motto „Praxis bildet“ arbeiten wird. Zur Ortsentwicklung war zu hören, dass die Analyse des Einzelhandels nun erstellt sei und von Gemeinderat und Bürgerinitiative ausgewertet werde. Zum Abbruch der Metzgerei Stadler erläuterte das Gemeindeoberhaupt, dass der Mietvertag Ende September endete und nach einer Baubegehung der Entschluss zu dieser Maßahme fiel. Das Reizthema Mobilfunk stand ebenfalls auf der Agenda. Seit Oktober hat der Betreiber eine Baugenehmigung für einen 45 Meter-Mast. Als Verhandlungserfolg bezeichneten die Beteiligten, dass das nächste Gebäude mehr als 1000 Meter entfernt liege. Positiv wird der Bau des 143 Hektar großen (27 davon auf Altusrieder Grund) Centerparks südlich von Leutkirch gesehen. Die Investition von 280 Millionen Euro soll 800 Arbeitsplätze schaffen, Synergieeffekte sind von einer Million Übernachtungen pro Jahr zu erwarten. Bad wird modernisiert Weitere Themen waren das Freibad, der Radweg nach Kimratshofen und die Vergrößerung Penny Markt. Zu Punkt eins: 56000 Euro kostet die Modernisierung und der Umbau des Bades, die Nachricht über die gut verlaufenden Grundstücksverhandlungen (zu Punkt zwei) erfreute die Pedalritter. Durch einen Anbau nach Norden will Penny auf 900 Quadratmeter Verkaufsfläche anwachsen inklusive einer Bäckerei. Damit endeten die Ausführungen des Rathauschefs und die Fragestunde begann. Horst Klüpfel hinterfragte die Entwicklung der Personalkosten, schlug eine Änderung der Aufführungstermine der Freilichtspiele vor und wünschte sich Geschwindigkeitsmessungen an der Stelle, wo die Kinder zum Kindergarten laufen und nicht davor oder danach. Siegfried Winkler äußerte als Leiter der Naturschutzgruppe seinen Unmut über die Abholzung von 150 Hektar Wald für den Centerpark und sagte ein Verkehrschaos voraus. Er bekam zur Antwort, dass auf dem Areal Neuanpflanzungen mit Laubbäumen geplant seien und der Grossteil des Verkehrs von der A 96-Ausfahrt Leutkirch hergeleitet werde. Auf die Frage nach den Einnahmen aus dem Betrieb der Windräder erhielt er zur Antwort: 60000 Euro. Wilfried Kiechle wollte Informationen über das Gewerbegebiet Krugzell und der damit verbundenen Einkommensteuer. Der Konkurrenzkampf mit Dietmannsried, Wolfertschwenden und Bad Grönenbach sei aufgrund der besseren Verkehrsanbindung groß, wurde ihm mitgeteilt. Adolf Birker wünschte sich, dass die Zahlen nicht als Schätzung, sondern erst dann bekannt gegeben werden, wenn sie konkret sind. Und natürlich fragte der Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Abriss des Rathauses nach dem Sachstand der Planung.

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