Ein Staatssekretär gibt sich die Ehre

Staatssekretär Thomas Kreuzer (vorne) und Anton Klotz, stellvertretender Landrat, im Gespräch mit Schülern der Agnes-Wyssach-Schule. Foto: Läufle

Mit seinem ersten Besuch als Kultusstaatssekretär an einer Kemptener Schule beglückte Thomas Kreuzer am vorvergangenen Freitagvormittag das Sonderpädagogische Förderzentrum, die Agnes-Wyssach-Schule. Vor Ort informierte sich der CSU-Politiker vor allem über innovative Projekte zum Thema Inklusion.

Einen musikalischen Empfang bereiteten die Schülerinnen und Schüler der Klasse G6 Thomas Kreuzer mit dem Allgäuer Lied „Gschupfte Nudla“ und mit dem italienischen Lied „L'Italiano“. Anschließend besuchte der Staatssekretär unter anderem zusammen mit Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, dem stellvertretenden Landrat Anton Klotz, Bürgermeister Josef Mayr (CSU) und Schulleiter Bernhard Dossenbach eine Klasse und informierte sich über die Gestaltung des Unterrichts. In einem kurzen Vortrag beleuchtete Schulleiter Dossenbach die Entwicklung der Agnes-Wyssach-Schule in den vergangenen Jahren und ging dabei auf die Veränderungen bei der Einteilung der Schüler ein. Bis vor einigen Jahren habe es eine klare Abgrenzung zwischen „normalen“ Schülern und Schülern mit Förderbedarf gegeben. Die einen sind auf die Regelschulen gegangen, die anderen auf Förderschulen. „Im Jahr 2006 gab es einen Paradigmenwechsel im System Schule“, erläuterte Dossenbach. Seitdem werden Schüler mit Förderbedarf zusammen mit „normalen“ Schülern zusammen in Kooperationsklassen unterrichtet. Die einstigen Förderschüler lernen somit heute erfolgreich in Regelschulen und die Agnes-Wyssach-Schule konnte in den vergangenen Jahren vier Klassen abbauen. Überall Ganztagszüge Für die Schüler mit höherem Förderbedarf sei eine Ganztagsbetreuung wichtig, machte er klar. „Ab dem Schuljahr 2012/2013 haben wir einen Ganztagszug in allen Klassen.“ Die Bewilligung eines weiteren Zuges zum neuen Schuljahr teilte Kreuzer vergangene Woche bereits in einer Presseerklärung mit. „An sechs Sonderpädagogischen Förderzentren im Regierungsbezirk Schwaben werden zum kommenden Schuljahr 2011/2012 gebundene Ganztagsklassenzüge eingerichtet“, so der Kemptener Staatssekretär. Somit kann ab Herbst auch am Sonderpädagogischen Förderzentrum Kempten ein Ganztagsklassenzug eingerichtet werden. In Kempten handelt es sich um einen Parallelzug. Bei seinem Besuch in der Agnes-Wyssach-Schule bekam Kreuzer mit kurzen Filmen einen Einblick in die verschiedenen Projekte zur Inklusion wie die Kooperationsklassen, das Mittelschul-Team, die FLEX-Klassen und Beratungsstellen für Schulen. Im Anschluss konnte sich Kreuzer in einer Gesprächsrunde mit allen Beteiligten über die Projekte informieren. Appell an Kreuzer Obwohl die Projekte durch die gute Zusammenarbeit der Kooperationspartner, die guten Rahmenbedingungen durch die Schulleitung und die weit über den gesetzlichen Mindeststandart hinausgehende Unterstützung durch den Sachaufwandsträger sehr erfolgreich sind, gab es einen Punkt, mit dem sich Schulleiter Dossenbach an Kreuzer wendete. „Am Ende eines jeden Schuljahres herrscht große Unsicherheit, ob die Projekte weitergeführt werden können. Ein Teil der Lehrerstunden muss jedes Jahr neu verhandelt werden“, schilderte er die Problematik. Sein Wunsch, den er Kreuzer mit nach München auf den Weg gab, war daher die dauerhafte Sicherung der zusätzlichen Lehrerstunden.

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