Stadt kürt fast 100 Sportler

Sie sind die Kemptener Sportler des Jahres 2008: Langstreckenläuferin Antje Schuhaj und Mountainbiker Ferdinand Ganser. „Das ist ja wie bei der Oskar-Verleihung“, freute sich die Top-Athletin über den Applaus der 550 Zuschauer bei der Sportgala im Stadttheater. Zur Mannschaft des Jahres wurde die Turngemeinschaft Allgäu gekürt. Insgesamt 97 Sportlerinnen und Sportler nahmen aus der Hand von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen der Stadt entgegen. Neuer Träger der Ehrennadel des Stadtverbandes der Sportvereine ist Georg Hieble.

Ihre Liebe zum Laufen hat Antje Schuhaj 2001 entdeckt. Ein Jahr später bestritt die Arzthelferin ihren ersten Halbmarathon. „Bei diesem Event machte es dann endgültig Klick und Antje wollten von nun an noch viel mehr“, meinte ihr Bruder Frank Isensee in der Laudatio auf seine Schwester, die 2005 ihren ersten Marathon in Regensburg lief. Die Leidenschaft für die ultralangen Distanzen habe die 40-Jährige beim Swiss-Alpin-Lauf in Davos entdeckt, „wo sie nach einem Sturz mit offenen Beinen, aber überglücklich im Ziel ankam.“ Bei diesem Laut mussten 78,5 Kilometer und 2320 Höhenmeter zurückgelegt werden. 2006, nach ihrem ersten Hundert-Kilometer-Lauf in Hanau, wurde sie mit der Mannschaft des TV Jahn deutsche Meisterin und zudem mit ihren Teamkolleginnen zur Kemptener Mannschaft des Jahres gekürt. 2007 knackte Antje Schuhaj dann erstmals die Neun-Stunden-Marke: Nach acht Stunden, 53 Minuten und 52 Sekunden kam die Mutter von zwei Kindern im Ziel an. Letzter markanter Höhepunkt ihrer Sportkarriere war der Weltcup im November in Italien, wo sie für Deutschland an den Start ging und nach acht Stunden, 48 Minuten und 40 Sekunden ins Ziel stürmte. „Mit diesem Ergebnis ist Antje die 31schnellste Frau der Welt und zugleich die 19schnellste Frau in Europa über die Distanz von 100 Kilometern“, ist der Bruder stolz auf sie. Auf ein Top-Jahr blickt auch Ferdinand Ganser vom Radsportclub Kempten zurück. Der Diplom-Rechtspfleger wurde in seiner Altersklasse Bayerischer Meister im Einzelzeitfahren Straße und Bayerischer Meister im Mountainbike-Bergsprint. Bei den World Games radelte er sich im Mountainbike-Kurzmarathon auf den dritten Platz und wurde ganz nebenbei Sieger beim „Ischgl-Ironbike“-Rennen (48 Kilometer auf 2050 Höhenmeter). Zusammen mit seinem Partner Georg Niggl schaffte der 55-Jährige den Sieg beim Transalp (Rennen mit dem Mountainbike über die Alpen). Da waren 658,66 Kilometer und 21628 Höhenmeter in acht Tagesetappen zu bewältigen. Als Krönung holte der Vater von zwei erwachsenen Kindern bei der Europameisterschaft in Graz erneut den Titel als Senioren-Europameister im Mountainbike-Marathon. 105 Kilometer und knapp 4000 Höhenmeter legte Ganser in 6,22 Stunden zurück. Mit Leib und Seele dabei Begonnen hatte er seine Sportkarriere als Kicker in der Bayernliga in Ingolstadt. „Nach der Fußballerkarriere ging der sportliche Ehrgeiz noch mal richtig los, er hat sich mit Leib und Seele dem Ausdauersport verschrieben“, betonte Sportamtsleiter Benno Glas in seiner Laudatio. Zunächst hatten es Ganser Klettern, Ski- und Bergtouren sowie Windsurfen angetan. Seit 17 Jahren fährt er nun leidenschaftlich Rennrad und Mountainbike – pro Jahr radelt er 12000 Kilometer auf den Tacho. „Wer mit 55 Jahren noch so fit und erfolgreich ist, der ist ein echter Vorzeigesportler“, würdigte Glas die Leistungen Gansers. Ein Jahr der Emotionen war 2008 für die Turngemeinschaft (TG) Allgäu, die sich in 22 Jahren zu einer festen Größe in der Deutschen Turnliga gemausert hat. Von den sieben Wettkämpfen endeten sechs mit Niederlagen. Trauriger Höhepunkt: Nach einem Wettkampf verunglückten bei einem Verkehrsunfall bei Monheim vier junge Zweitliga-Turner der TG Allgäu sowie die Fahrerin schwer. Dennoch bewahrten die Turner danach Haltung. Der unaufhaltsame Abstieg am Schluss konnte daran nichts ändern. Die Auszeichnung zum Team des Jahres verstehen die Sportler als Motivationsschub. Dies untermauerte das frischgekürte Team des Jahres mit einem spontanen Salto auf der Bühne. Vater des Silvesterlaufs Der Name Georg Hieble ist den Kemptener Laufsportfreunden seit Jahrzehnten ein Begriff. Schon 1977 wirkte er als Gruppenbetreuer beim Lauftreff des TV Jahn mit. Seiner Initiative ist der 1988 erstmals organisierte Silvesterlauf zu verdanken. „Viele Kemptenerinnen und Kemptener konnte Georg Hieble durch seine Aktivitäten zum Laufen bewegen, darunter auch den Oberbürgermeister“, schmunzelte Netzer bei der Überreichung der Sportehrennadel. Harald Platz, Präsident des Stadtverbandes der Sportvereine, hob die Notwendigkeit des Ehrenamtes im Sport hervor. Nur dann stimme die Basis und könnten Sporttalente entdeckt werden. Für das bunte Rahmenprogramm sorgten die „Die TraumFraun“ mit Claudia Lau und Elke Hermann, der Pianist Murat Parlak mit den „Soulbabies“ sowie die Tanzschule „Stiltanz“. Moderiert wurde die Gala von Silvia Reich-Recla, Vizepräsidentin des Sport-Stadtverbandes.

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