Umfangreiches Kulturprogramm zur Festwoche zieht nicht immer

Vielfältig und bunt

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Kam beim Publikum im Stadtpark gut an: der Nachwuchs der Altusrieder Trachtengruppe.

Kempten – Wenn auch vor allem in Form von „Unterhaltungskultur“ ist Kultur doch eine feste Größe der Festwoche und Anziehungspunkt quer durch sämtliche Generationen.

Auf der Stadtparkbühne wurde einmal mehr Vielfalt groß geschrieben: Tanz von modern bis traditionell und auch der Bauchtanz fehlte nicht; das musikalische Spektrum reichte von Volksmusik bis zur obligatorischen Partymusik für die zahlreichen Abendbesucher. 

 Hobbymusiker und -tänzer, Newcomer und langjährige Bühnenprofis gaben sich hier ein Stelldichein. Eine Attraktion für viele, vor allem etwas ältere, Festwochenbesucher war der Auftritt der Schlagersängerin Lena Valaitis, die heuer ihren 70. Geburtstag feiert – ein Vollprofi in Aktion. Sie war kurzfristig für ihren Kollegen Tony Marschall eingesprungen, der seinen Auftritt wegen Erkrankung absagen musste. Erinnerungen unter anderem an die gute alte „ZDF-Hitparade“ wurden sicher auch durch sie bei einer Reihe ihrer Fans geweckt. 

Eine von Dynamik, treibenden Rhythmen und Bewegungen nur so strotzende Performance lieferte zum Beispiel das Tanzzentrum Allgäu ab. Da blieb den Zuschauern kaum Zeit zwischendurch Luft zu holen, so schnell wechselten die über die Bühne wirbelnden Tänzer durch alle Stilrichtungen in immer neuen, fantasievollen Kostümen. Aber auch Wissenswertes bot zumindest das Nachmittagsprogramm, das wieder abwechselnd unter anderem vom Bayerischen Rundfunk und Radio AllgäuHIT bestückt wurde. Eine eher durchwachsene Bilanz – sowohl Programm wie Besucherzuspruch betreffend – muss man beim Kulturprogramm im Innenhof der Residenz ziehen, das traditionell durch das immer wieder genussvoll anzuhörende Blechbläserensemble Abarizzo mit der Residenzhof-Serenade eröffnet wurde.

 Etwas differenzierter dagegen das Fazit von „Da Huawa da Meier und I“, die mit ihrem musikalischen Kabarett den Funken nicht so richtig zum Überspringen brachten. Vielleicht lag es mit daran, dass die Kalauer mitunter doch etwas platt und/oder veraltet waren und auch der niederbayerische beziehungsweise oberpfälzische Dialekt durchaus Konzentration erforderte. Immerhin machte der musikalische Teil doch vieles wieder wett. Richtig zünden wollte auch der Abend mit der Berliner Sängerin Mia Diekow sowie den beiden Vorbands „Bohemian Traingle“ aus Obergünzburg und „On a Sunday“ mit Musikern aus Kempten und Berlin nicht. 

Absolut kein „Funken-Überspring-Problem“ hatte dagegen Claudia Koreck, nicht nur wegen ihres Aufrufs „Rumsitzen kennts dahoam“ als sozusagen Wegbereiterin für die nachfolgenden „Django 3000“. Obwohl bereits deutlich sichtbar schwanger, hüpfte, sang und spielte die gebürtige Traunsteinerin mal melancholisch dann wieder fröhlich und überzeugte nicht nur durch ihre natürlich-charmante Art. Der mit Balkan-Rhythmen gespickte Gypsy-Pop von „Django 3000“ steigerte die Tanzlaune der Fans dann nochmals gewaltig bis spät in die Nacht. Gewohnt gepflegt war schließlich der Ausklang im Residenzhof am Freitagabend. Für das traditionelle Gemeinschaftskonzert hatte der Musikverein St.- Mang unter der Leitung von Wolfgang Fiedler diesmal den Musikverein Schrattenbach eingeladen. Ein feines Doppel-Konzert, das einen schönen Kontrast zur Blasmusik im Bierzelt setzte. 

 Insgesamt vermissten vor allem viele der jahrelang treuen Residenzhof-Besucher das einst zum Beispiel mit einer „Italienischen Nacht“ oder „Die Stelzer“ als Kontrast zum Programm auf dem Festwochengelände konzipierte Kulturangebot. Auch sei es früher zumindest teilweise bei den Eintrittspreisen mit denen eines abendlichen Festwochenbesuches konkurrenzfähig gewesen, wie vielfach zu hören war.

Christine Tröger

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