Neue Strukturen

Signale an das Allgäu

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Das Klinik-Gelände mit dem unter Denkmalschutz stehenden Hauptgebäude im Vordergrund soll im kommenden Jahr verkauft werden. Foto: Matz

Kempten – Ein Großteil des Klinik-Geländes in der Memminger Straße soll bereits im Frühjahr verkauft werden. Das gab Klinik-Geschäftsführer Andreas Ruland am Donnerstagabend im Stadtrat bekannt.

Ein kleineres Areal bleibt im Besitz des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu, um dem Hospizverein nebenan in der Madlener Straße die Möglichkeit zur Erweiterung zu geben.Verkauft werden soll laut Ruland der Großteil des Geländes an der Memminger Straße einschließlich des denkmalgeschützten Hauptgebäudes. An wen das Areal und mit welcher Absicht geht, dazu äußerte sich Ruland allerdings nicht. Dass das Hauptgebäude unter Denkmalschutz steht, dürfte eine künftige Nutzung jedoch erschweren.Fest steht hingegen, dass der Hospizverein auf dem dem Klinikverbund verbleibenden Grundstück sein Hospiz in Zukunft erweitern kann. Kemptens Bürgermeister und Hospizvereins-Vorsitzender Josef Mayr (CSU) zeigte sich erleichtert über die gefundene Lösung: „Die Entwicklung der Gesellschaft wird die Zahl der Hospiz-Betten nach oben treiben“, sagte er. Auch Grünen-Stadtrat Hans Mangold äußerte sich zufrieden. „Ich freue mich, wenn das Hospiz dort bleibt“, so der Mediziner.
Klinikverbund kommt
Einstimmig machte das Gremium anschließend den Weg frei für die Umstrukturierung des Klinikverbundes und beauftragte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) mit den entsprechenden Vertragsabschlüssen. Das Konzept sieht wie berichtet vor, dass der Klinikverbund im Rahmen einer Nutzungsüberlassung künftig alleiniger Betreiber der Krankenhäuser ist. Am Eigentum der einzelnen Träger würde sich dadurch nichts ändern. Beibehalten werden soll auch die paritätische Besetzung des Aufsichtsrates. Für eine eventuelle Standortschließung bedarf es künftig einer Zwei-Drittel-Mehrheit. In Kraft treten sollen die Verträge (rückwirkend) zum 1. Januar 2013.OB Netzer nannte das Votum vom Donnerstagabend einen „epochalen Beschluss“. „Die heutige Entscheidung war eine der ganz wichtigen in dieser Legislaturperiode“, frohlockte der OB. Harald Platz (CSU) erinnerte an die Gründung des Klinikverbundes: „2010 war ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagte er. „Mit heute aber werden wir Signale in das Umland aussenden. Wir werden schwarze Zahlen schreiben und besser dastehen als andere.“ SPD-Stadtrat Ludwig Frick äußerte sich ebenfalls optimistisch. „Wir erhoffen uns, dass diese Konstruktion wirtschaftlicher arbeiten kann“, erklärte er. „Es ist gut für Stadt und Land und es ist gut für die Region“, frohlockte dagegen Dieter Zacherle (FW). Thomas Hartmann von den Grünen warnte jedoch vor zu hohen Erwartungen. „Auch wenn der Schritt richtig ist – er ist nicht die Lösung der Probleme im Gesundheitssystem.“ Matthias Matz

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