Keine Fristverlängerung für Schweizer

Stadt bleibt hart

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Der Streit um das "große Loch" in Kempten geht erwartungsgemäß weiter.

Kempten – Die Ritter&Kyburz GbR hat es nicht geschafft, fristgerecht bis Donnerstag, 24 Uhr, eine Baufirma mit den Sicherungsmaßnahmen an der Baugrube am August-Fischer-Platz zu beauftragen.

Stattdessen haben die Schweizer nach Angaben der Stadtverwaltung am Freitagvormittag um eine Verlängerung der Frist bis zum morgigen Donnerstag, 13. Juni, gebeten. Die Stadtverwaltung hat das am Montagabend abgelehnt. 

Daher hat die Verwaltung laut OB-Büro nun das Münchner Ingenieurbüro ISP Scholz Beratende Ingenieure damit beauftragt, die vom Ingenieurbüro Boley Geotechnik vorgeschlagene Sicherung der Anker durch ein Stahldrahtgeflecht planerisch zu konkretisieren und soweit zu präzisieren, dass eine Firma mit den Arbeiten beauftragt werden kann. Die Kemptener Verwaltung begründete die Ablehnung einer Fristverlängerung am Montag mit der unsicheren Sicherheitslage rund um die Baugrube in der Bahnhofstraße. 

Aus fachlicher Sicht „aller beteiligter Sachverständiger“ bestehe „ein erhebliches Sicherheitsrisiko bezüglich der Standsicherheit”, hieß es am Montagabend aus dem Rathaus. „Daher muss nun umgehend die Arbeitssicherheit in der Baugrube als erste Voraussetzung für weitere Sicherungsmaßnahmen hergestellt werden”, so OB-Sprecherin Katja Egli. Wie berichtet, hatte die Stadt die Schweizer Investoren aufgefordert, bis 6. Juni, 24 Uhr, nachzuweisen, eine Firma mit den Arbeiten zu beauftragen. Die Beauftragung eines Sachverständigen hatten die Grundstücksbesitzer noch fristgerecht nachweisen können. 

Beide Seiten streiten seit Jahren um die Ansiedlung von Einzelhandel auf dem Grundstück. Wegen des Streits stehen die Arbeiten an der Baustelle seit etwa zwei Jahren still. Ein Normenkontrollverfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof hatte im November allerdings den Schweizern Recht gegeben. Die Stadtverwaltung kündigte am Montagabend an, auch die aktuelle Beauftragung des Ingenieurbüros der Ritter&Kyburz GbR in Rechnung zu stellen, da es sich hierbei um eine Ersatzvornahme handle, die eigentlich Sache der Bauherren gewesen sei. 

Matthias Matz

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