Die Suche nach der Lösung

Zwischen Denkfabrik und Zugspitz-Wohnheim würde die Hochschule gerne durch einen privaten Investor ein Parkhaus bauen lassen. Allerdings ist die Frage der Finanzierung bislang noch nicht geklärt – das wäre aber eine Voraussetzung für das Projekt. Foto: Matz

Das Problem fehlender Parkplätze an der Hochschule Kempten ist fast so alt wie die Lehreinrichtung selbst. Daher sucht die Hochschulleitung nach Möglichkeiten, zusammen mit einem privaten Investor ein Parkhaus zwischen Denkfabrik und Zugspitz-Wohnheim zu bauen. Entsprechende Informationen des KREISBOTEN bestätigte die Hochschule vergangene Woche auf Anfrage. „Es wurden auch konkrete Gespräche geführt”, so Pressesprecherin Sybille Adamer. Da man aber hinsichtlich der Finanzierung noch zu keiner Lösung gekommen sei, „gibt es aktuell keine konkreten Planungen”. Unter anderem im Gespräch ist eine Erhebung von Parkgebühren unter den Studenten – im Gegenzug könnten die Studiengebühren gesenkt werden.

Von den derzeit rund 4200 Studenten der Kemptener Hochschule kommen nach Schätzungen der Lehreinrichtung ca. 1400 mit dem eigenen Auto. Ihnen stehen aktuell etwa 470 Parkplätze zur Verfügung – davon 120 nur vorübergehend am Haslacher Berg. Dazu kommen noch 200 weitere Stellplätze für ca. 500 Professoren und Mitarbeiter. Ein derart massives Problem vor allem während der Semesterzeiten verlangt kreative Lösungen. Und so suchten die Verantwortlichen im vergangenen Jahr offenbar das Gespräch über den Bau eines Parkhauses mit möglichen privaten Investoren. „In den letzten Jahren wurde immer wieder über die Möglichkeit, ein Parkhaus durch einen privaten Investor zu errichten, nachgedacht und es wurden auch konkrete Gespräche geführt”, erklärte Sybille Adamer. Da aber hinsichtlich der Finanzierung des Vorhabens vorerst keine Lösung zu finden war, liegt das Projekt vorläufig auf Eis. „Die eingeschränkte Auslastung eines möglichen Parkhauses ist für private Investoren ein großes Hindernis”, so Adamer. Denn so gut genutzt das Parkhaus während der sieben Monate Semesterzeit im Jahr würde – in den Ferien bestünde kaum Bedarf und der Investor würde kaum Geld einnehmen. Beiträge senken, Gebühren einführen? Eine Möglichkeit zur Lösung dieses Problems geht aus einer Umfrage des Fachbereichs Marketing hervor, die im Januar auf dem Campus kursierte. Demzufolge „steht der Vorschlag im Raum, dass im Zuge der Einführung dieses Parkhaus-Modelles die Studiengebühren für alle gesenkt werden sollen, und die Autofahrer zusätzlich zu ihren (dann niedrigeren) Studiengebühren eine Parkgebühr für jeweils ein ganzes Semester zahlen.” Die niedrigeren Studiengebühren – derzeit 400 Euro pro Student und Semester – plus der Parkgebühren sollten aber zusammen nicht höher ausfallen als die bisher gezahlten Studiengebühren, heißt es dort weiter. „Die Autofahrer hätten also keine Mehrbelastung.” Einen direkten Zusammenhang zwischen Studienbeiträgen und Parkgebühren gebe es aber nicht, betonte Adamer dazu auf Anfrage. Zwar bestätigte sie, dass ein angedachtes Szenario eine Senkung der Studienbeiträge sei, „um die finanzielle Gesamtbelastung für die Studierenden zu reduzieren.” Allerdings müssten die Studierenden dann auch Abstriche bei der Gestaltung der Studienbedingungen in Kauf genommen werden. Darüber hinaus müssten schließlich für alle Hochschul-Parkplätze Gebühren erhoben werden, damit alle Parkmöglichkeiten gleich genutzt werden. Als Beispiel nannte Adamer die Uni Konstanz. Allerdings dürfte die Hochschule – selbst wenn sie es wollte – ein Parkhaus direkt durch Studiengebühren gar nicht finanzieren. Zwar kann jede Hochschule oder Universität in Eigenverantwortung entscheiden, wofür die Mittel der Studenten eingesetzt werden sollen. „Es wäre aber ausgeschlossen, dass eine Hochschule Studienbeiträge für den Bau oder Unterhalt eines Parkhauses verwendet”, betonte Susanne Raab, Sprecherin des Münchner Wissenschaft- und Forschungsministeriums auf Anfrage. „Studiengebühren dienen nur der Verbesserung der Studienbedingungen”, so Raab weiter. Ob eine Hochschule nun Parkgebühren für Studenten erhebe, sei von den Studienbeiträgen völlig unabhängig. A propos Studiengebühren: Laut Sybille Adamer nimmt die Kemptener Hochschule jährlich im Schnitt zwei Millionen Euro an Beiträgen von ihren Studenten ein. Die seit Einführung 2007 aufgelaufenen „Überschüsse” sollen bis Ende des Sommersemesters auf etwa 200 000 Euro abgebaut werden. „Die übrigen Mittel wurden ausgegeben”, erläuterte die Pressesprecherin. Einer Abschaffung der umstrittenen Gebühren sieht man an der Hochschule daher kritisch: „Die Studienbeiträge sind dringend notwendig, um die guten Bedingungen an der Hochschule weiterhin gewährleisten zu können”, betonte Adamer. Beispielsweise würden derzeit 24 Mitarbeiter allein aus Studiengebühren finanziert. Im Wissenschaftsministerium vertritt man ebenfalls eine klare Linie: „Die Studiengebühren abzuschaffen, würde keinerlei Vorteile bringen”, so Sprecherin Susanne Raab, „die Nachteile wären jedoch für jeden spürbar.”

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Entwurf der neuen Autobahnbrücke vorgestellt

Kempten – Deutlich auffälliger als bisher wird die neue Zeppelinbrücke über der A7, Höhe Ursulasried, gestaltet sein. Mit einem oberliegenden …
Entwurf der neuen Autobahnbrücke vorgestellt

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kommentare