TANZszene Schwaben präsentiert ein abwechslungsreiches Programm mit 13 einzelnen Stücken

Facetten zeitgenössischen Tanzens

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Marina Zieglgänsberger bei der Inszenierung von Jasmin Herzhoff (hinten).

Kempten – Ein altersmäßig bunt gemischtes Publikum und ein Abend, der facettenreicher nicht hätte sein können: Bei der vierten Veranstaltung im Rahmen des diesjährigen Kemptener Tanzherbstes präsentierte die TANZszene Schwaben am vergangenen Dienstagabend einen „Querschnitt der zeitgenössischen Tanzszene”, wie Moderatorin Jasmin Herzhoff, die mit Improvisation, Witz und Humor durch den ganzen Abend führte, vor Beginn erklärte.

Nicht nur Profitänzerinnen und -tänzer aus dem Allgäu, auch der Tanznachwuchs aus der Region präsentierte dem Publikum eigens choreografierte Stücke, die von Hip-Hop über Modern- und Jazz-Dance bis zum lateinamerikanischen Tanz reichten. Auch eine Tanz-improvisation von Ralf Clar, Wiebke Sonnen, Rosa Reuther und Markus Elhardt gab es zu sehen, die vor allem kontrollierte Bewegungen und Körperbeherrschung der Tänzerinnen und Tänzer erforderte.

„Demut: Glaube, Liebe, Hoffnung” hieß das erste Stück des Abends, das zugleich mehrere Talente hervorhob: zum einen die beeindruckende Stimme von Marina Zieglgänsberger, die nicht das letzte Mal im Laufe des Abends zu hören war, zum anderen die Tanzperformance von Zieglgänsberger, Kaija Klug und Nicole Neumann, die den Begriff Demut auf unterschiedlichste Weise interpretierten.

Die Emotionalität und Leidenschaft, die Carina und Manuel Burkhart aus Durach im Anschluss in ihre Tanzperformance – eine Mischung aus lateinamerikanischem Tanz und freien tänzerischen Elementen – einbrachten, war auch aufgrund der Nähe zur Bühne im THEaterOben zu spüren. Seit acht Jahren tanzen die beiden bereits als Turniertanzpaar und haben es damit in die höchste der fünf Turnierklassen im Amateurtanzbereich geschafft.

Zum ersten Mal mit einem Solo präsentierte sich Maxine Hairson, die seit rund 15 Jahren Formation beim TSV Sulzberg tanzt und „Twenty Minutes” in 2.30 Minuten verpackte. Mit einem von Neumann und Zieglgänsberger choreografierten Hip-Hop-Stück beleuchteten die Tänzerinnen anschließend eine weitere Facette des zeitgenössischen Tanzens. Auch in deren nachfolgenden Performance ging es mit viel „Energy” weiter – ein Stück, in dem vor allem die Beweglichkeit der beiden deutlich wurde.

Auch einen kleinen Vorgeschmack auf die Tanzperformance „Listen” bekamen die Zuschauer geboten, als Melodie Cechini, die im 2. Ausbildungsjahr im KARI.TANZHAUS unterrichtet, einen Ausschnitt des Stücks mit Begleitung von Max Villavecchia am Klavier präsentierte und damit tosenden Applaus erntete.

Die Verbundenheit beim Tanzen von Jasmin Menegoni und Lenny Conrath wurde in deren Performance „Lieblingsmenschen” deutlich, ein Stück über zwei Personen, die sich genau kennen und gerne zusammen sind. Ebenso gefühlvoll wurde es bei „With or without you” von Paula Herzig und Hannah Schöll, die in diesem Stück sowohl ihre Gefühle als auch Gedanken umsetzten.

Zum Finale kamen noch einmal alle Tänzerinnen und Tänzer des Abends auf der Bühne zusammen und performten mit Begleitung von Korbinian Königseder am Klavier zur Inszenzierung von Jasmin Herzhoff, die versuchte, Gedanken vom einstigen Philosoph Marc Aurel zu fassen und damit für einen gelungenen Abschluss des Tanzabends sorgte.

Lea Stäsche

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