Team Engstler behält die Nerven

Nervenkitzel pur war beim Auftaktrennwochenende der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) im brasilianischen Curitiba angesagt. Franz Engstler aus Wiggensbach, amtierender Vize-Weltmeister der Privatiers, wurde im Vorfeld bereits als einer der Favoriten gehandelt. Umso höher war der Druck für ihn und das gesamte Team beim Saisonstart. Ein Wolkenbruch im zweiten Laut verlangte Teams und Fahrern alles ab.

„Wir waren in Deutschland noch beim Testen. Da alles reibungslos lief, konnten wir mit gutem Gefühl nach Brasilien reisen“, so Engstler. „Wir haben heuer außerdem einen tollen und sehr motivierten Teamkollegen neben Franz. Natürlich ist das auch sehr gut für die Rennen“, erklärte Team Manager Kurt Treml. Die Rede ist von dem Dänen Kristian Poulsen, der heuer die gesamte WTCC-Saison in einem Liqui-Moly-BMW mitfahren wird. Poulsen und Engstler zeigten vom ersten Roll-Out an gute Zeiten und konnten mit ihren Gegnern mithalten. Engstler belegte im Feld der Privatfahrer im Training Platz zwei. „Bis zum Qualifying waren wir immer auf Kurs. Wir hatten uns eine Marschrichtung parat gelegt, die wir konsequent verfolgen konnten und haben uns stetig verbessert“, so Treml. Dann der Rückschlag im Qualifying: In der Zielkurve fuhr Poulsen in die Wiese und schlug daraufhin in die Mauer ein. Zum Glück entstand nur Blechschaden, doch das Zeittraining war nach zwei Runden für ihn zu Ende. Der zweite Platz von Engstler habe dennoch Hoffnung fürs Rennen aufkommen lassen, so die Teamleitung. Im ersten Laut lag Engstler lange Zeit auf dem zweiten Rang bei den Privaten, bis ihn ein Seat von der Piste kegelte. Ein 4. Platz war die magere Ausbeute aus dem ersten Laut. Poulsen landete nach einer Kollision im Kies, wurde aber noch auf Platz sieben gewertet. Zuvor war er auf Rang drei gelegen. Kurz vor dem Start zum zweiten Laut brachte ein Wolkenbruch Hektik in alle Teams. Die Mannschaften wechselten blitzschnell auf Regenreifen und änderten die Abstimmung. Hier zeigte das Team, wie schnell es auf schwierige Situationen reagieren kann. Aus Sicherheitsgründen startete das Feld hinter dem Safetycar, nach zwei Runden wurde das Rennen frei gegeben. Dabei machte sich der Vorteil der frontgetrieben Fahrzeuge deutlich bemerkbar. Nur Ex-Werksfahrer schneller Felix Portiero, der ehemalige BMW-Werksfahrer, der in diesem Jahr als Privatier unterwegs ist, konnte seinen guten Startplatz am besten nutzen. Tom Coronel, in diesem Jahr ebenfalls Privatfahrer, hatte seine Reifen am schnellsten auf Temperatur und konnte Portiero folgen. Für Franz Engstler galt es, den erkämpften dritten Platz sicher nach Hause zu fahren und wichtige Punkte zu sammeln. Kristian Poulsen kämpfte sich bis auf den vierten Rang nach vorne und war glücklich, noch einige Punkte mitnehmen zu können. „Die Leistungen beider Piloten gehen voll in Ordnung, wir sind eigentlich nur von den ehemaligen Werksfahrern Portiero und Coronel geschlagen worden“, resümierte Teammanager Kurt Treml. „Wir wussten, wie schwer es in diesem Jahr sein wird, aber wir waren immer in Schlagdistanz zur Spitze.“ Nach zwei Rennen liegt Franz Engstler jetzt auf Platz drei und sein dänischer Teamkollege Kristian Poulsen auf Platz fünf. Bereits am kommenden Sonntag, 22. März, finden die nächsten zwei Läufe in Puebla in Mexico statt.

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