Eine Einladung zu Tee, Keksen und Gesprächen im Büro der neuen TIK-Direktorin

"Es kommen nur neue Sachen dazu"

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Sprüht vor neuen Ideen: die neue Künstlerische Leiterin des TIK, Silvia Armbruster.

Kempten – Mit einer offenen Tee-Einladung in ihr Büro im Theater in Kempten (TIK) will die neue Künstlerische Leiterin Silvia Armbruster in die kommende Spielzeit starten. Zur „TEATIME IM TIK“, von Montag, 28. September bis Freitag, 2. Oktober 2015, sind täglich von 17 bis 19 Uhr alle Interessierten eingeladen, um die frisch gebackene Theater-Chefin bei Tee und Keksen alles zu fragen, was ihnen unter den Nägeln brennt. Mit heutigem Samstag, dem 1. August, übernimmt Armbruster die Leitung des TIK von Nikola Stadelmann, die von 2010 bis 2015 die künstlerischen Geschicke des Theaters bestimmt hatte. Sie wurde am gestrigen Freitagabend feierlich im Rathaus verabschiedet (mehr dazu in der kommenden Mittwochsausgabe des Kreisboten).

Je nachdem wie die „TEATIME IM TIK“ angenommen wird, „könnte ein Turnus entstehen“ meint Armbruster im Gespräch mit dem Kreisboten. Dort sollen auch Darsteller und andere Theaterleute, die gerade auf Gastspiel hier sind, als Gesprächspartner zum Einsatz kommen. Trotz neuer Zusatzangebote, beruhigt Armbruster, werde sich erst einmal gar nichts ändern, „es kommen nur neue Sachen dazu“.

Zum Beispiel ein Maskenbildner-Workshop für zwölf- bis 17-Jährige während der Herbst- ferien. Dafür hat Armbruster die Berliner Maskenbildnerin Helen Laitzsch engagiert, die mit maximal 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom 5. bis 7. November 2015 arbeiten wird. Sie habe von Oper bis Film „Erfahrung in allen Sparten“ und sei auch gut geeignet für die Arbeit mit Jugendlichen. Auch wenn es im TIK nicht alle theaterüblichen Gewerke gibt, möchte die neue Leiterin diese ebenso vorstellen, schon allein wegen der stark verankerten Schultheatertage. Abhängig von der Resonanz auf den ersten Workshop kann sie sich weitere Workshops zum Beispiel für „Licht, Ton und Video“ vorstellen, einen für den Bereich Kostüm, wofür sie offenbar auch schon eine Gewand- hausmeisterin im Auge hat, oder einen für Requisite. „Requisiteure sind wirklich Erfinder“, schwärmt sie, unter anderem für Dinge, „die man nicht spielen kann“. Spontan fallen ihr da Erfindungen ein, die sie schon fasziniert haben, wie für einen Darsteller, der sich auf der Bühne erbrechen musste, oder für einen anderen, der Pinkeln sollte.

Kooperation mit Theaterakademie 

Geplant ist darüber hinaus eine Kooperation mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding, an der sie unterrichtet. Heuer gab es dort „den ersten Masterstudiengang mit zwei Absolventen“, deren Abschlussarbeiten unter „Next step: Broadway“ auf der Kemptener Bühne gezeigt werden sollen. Der „Zauber“ an diesem Programmbaustein: „Es sind keine Laien, aber es ist auch noch keine routinierte Professionalität“, bei den rein mit Studenten besetzten Stücken. Und „last but not least“ soll mit der Wiederaufnahme des Silvesterkonzerts schon heuer eine alte Tradition neu belebt werden.

Ideen hat sie auch darüber hinaus noch reichlich. Zum Beispiel für die Eigenproduktion „Malala – Mädchen mit Buch“, das im April auf der TIK-Bühne Premiere feiern wird. Der Autor Nick Wood habe sich dazu auf Facebook gemeldet und es auch „geliked“ (oder laut Duden: „gelikt“). Nun will Armbruster versuchen ihn zur Premiere einzuladen und eine Podiumsdiskussion vorzuschalten – „eine Finanzierungssache“ allerdings.

Dass ihre Handschrift dabei eine andere sein wird als die ihrer Vorgängerin, liegt für die im württembergischen Bietigheim-Bissingen geborene 48-Jährige schon allein im unterschiedlichen beruflichen Hintergrund begründet. Nikola Stadelmann sei Dramaturgin, „ich bin Regisseurin und vom Berufsbild her ist mein Arbeitsplatz die Bühne“.

Laut Angaben des TIK verzeichnete Armbruster als freischaffende Regisseurin und Künstlerische Direktorin des von ihr gegründeten „Theater Wahlverwandte“ große Erfolge und erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Unter anderem inszenierte sie in diesem Jahr „Tschik“ von Wolfgang Herrndorf für die Freilichtspiele Schwäbisch Hall. Darüber hinaus ist sie als Autorin für Hörfunk und Theater tätig und wurde für die Dramatisierung des Monologs „Ich werde nicht hassen“ jüngst mit dem Monica Bleibtreu Preis ausgezeichnet.

Christine Tröger

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