Win-Win-Konzept zum Ticketverkauf für Erasmus-Kapelle in Sicht

"Mang-Box" als Dauerlösung

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Der Kulturausschuss inspiziert mit Dekan Jörg Dittmar (vorne links) die Südhalle der St. Mangkirche.

Kempten – Immer wieder stand in der Vergangenheit die Frage im Raum, ob das Provisorium in der Südhalle der St. Mangkirche zum Ticketverkauf für die „Erasmus-Kapelle“ in eine für alle Seiten gute Dauerlösung verwandelt werden kann. Dekan Jörg Dittmar hatte bei der diese Tage vor Ort Besichtigung des Kulturausschusses dazu ein konkretes Angebot, für das ihm eine Kooperation der Stadt Kempten mit dem Diakonischen Werk Kempten vorschwebt – allerdings mit einem Haken.

Und der ist der statische Zustand der Südhalle, für den, so Dittmar, nach einer Untersuchung dringender Handlungsbedarf festgestellt worden sei. Denn die Südhalle sei, vor allem bei gegebenenfalls hoher Schneelast, „akut einsturzgefährdet“, wies er auf einen beeindruckend langen Riss an der Decke des Raumes hin. Damit wurde klar: das so genannte Projekt „Mang-Box“ kommt nur in Verbindung mit einer Abstützmaßnahme in der Südhalle in Frage. 

Dennoch scheint das Konzept hinter dem Projekt eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten sein zu können: Die Box für den Eintrittskartenverkauf „Erasmus-Kapelle“ soll verbessert an der aktuellen Stelle bleiben. Laut den Ausführungen Dittmars soll die Box etwas höher werden und eine Decke mit Oberlichtern aus Glas erhalten. Geplant sei, dass die Halle auch für Ausstellungen oder Feiern unterschiedlicher Art genutzt werden kann. Das Ganze soll verbunden sein mit einer Art Café, betrieben von der Sozialpsychiatrischen Tagesstätte der Diakonie. Dabei, betonte Dittmar vor den Ausschussmitgliedern, „wollen wir aber der Gastronomie am Platz keine Konkurrenz machen“, sondern nur ein kleines Zusatzangebot schaffen, zum Beispiel in Form von einem vielleicht ja ganz speziellen Gebäck mit Kaffee. Beheizbarkeit sei durch bereits vorhandene Anschlüsse über die Kirchenheizanlage gegeben. 

210.000 Euro sind laut Dittmar veranschlagt für die „Mang-Box“, 380.000 Euro für die Statik in der Südhalle. Macht zusammen 590.000 Euro. Davon plant Dittmar 190.000 Euro bei der Stadt zu beantragen, „den Rest hätte ich weitgehend finanziert“, meinte er mit Blick auf diverse Zuschüsse, Eigenmittel und noch zu leistender Spendenakquise. Laut Dittmar die bessere Variante von zwei möglichen. Denn wenn die Stadt das mit der Box nicht wolle, müssten die Statikmaßnahmen dennoch durchgeführt werden – mit städtischem Zuschuss in Höhe von 40 Prozent und damit gut 150.000 Euro ohne Nutzen für die Stadt, die damit eine dauerhafte und touristenfreundliche Lösung für den Besuch der „Erasmus-Kapelle“ in Aussicht hätte. 

Durch die Umsetzung des Projekts „Mang-Box“ verspricht sich Dekan Dittmar nicht nur eine ja immer gewünschte Belebung des St. Mangplatzes. Auch habe die Erfahrung mit dem provisorischen Ticketverkauf gezeigt, dass sich die Menschen in der Kirche „ein bisschen anständiger verhalten“, wenn immer jemand da sei. Christine Tröger

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