Tieferes Verständnis schaffen

Aufmerksam lauschen die Schüler den Erklärungen, wie ein Wasserkraftwerk funktioniert.

In Rahmen des diesjährigen Schulwettbewerbs „Energiewende im Allgäu: Wir sind dabei!“, an dem sich dreizehn Schulen aus Kempten und dem Oberallgäu beteiligen, besuchte die dritte Klasse der Grundschule Stiefenhofen jetzt den AllgäuStrom-Partner AÜW in Kempten und das Wasserkraftwerk an der Illerstraße. Da zeitgleich auch Themen rund um „Energie und Strom“ im Unterricht behandelt werden, trug der Besuch beim AllgäuStrom-Partner AÜW anschaulich zum tieferen Verständnis bei.

Die ersten rein mechanischen Wasserkraftwerke im Allgäu wurden vor rund 700 Jahren errichtet. Das älteste, heute betriebene Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung stammt aus dem Jahr 1901, das jüngste von 2011. Strom aus Wasserkraft zu gewinnen, ist also eine langlebige Technik, die nur wenigen Änderungen unterliegt. Lediglich die Technologie zur Turbinensteuerung ändert sich mit der Zeit – faszinierend und eindrucksvoll von jeher. „Kinder sind grundsätzlich an Themen wie Energie-Gewinnung und Elektrizität brennend interessiert“, weiß Karl-Heinz Gorbach, Geschäftsführer der Weißachtal-Kraftwerke eG in Oberstaufen aus Erfahrung, „und Besuche in den unterschiedlichen Kraftwerken sind für sie ganz besonders spannend.“ Die Weißachtal-Kraftwerke gehören, wie auch das AÜW, zu den neun AllgäuStrom-Partnern, die mit insgesamt 19 Kraftwerken die Region Allgäu mit heimatstarkem Strom versorgen. Die Gesamtstromerzeugung allein aus den Wasserkraftwerken – Solarparks und Windkraftanlagen nicht mitgerechnet – liegt bei rund 125 Millionen Kilowattstunden. Wie aber kommt nun der Strom ins Haus? Wie wird er erzeugt? Wie alt wird eigentlich ein Wasserkraftwerk und wie funktioniert es? Diese und viele, viele andere Fragen wurden den SchülerInnen im AÜW anschaulich beantwortet. Interessantes Wissen So lernten sie den einfachen Stromkreis, Leiter und Nichtleiter, den Weg des Stroms vom Kraftwerk in die Steckdose, genauso aber auch die Wirkung und die Gefahren des elektrischen Stroms kennen. Schließlich durften sie mithilfe eines Dynamos und dem „Energiefahrrad“ selbst Strom erzeugen. Das Prinzip hatten sie dabei rasch begriffen: Je schneller sie auf dem Fahrrad „strampelten“, desto heller leuchtete die Lampe. Auch ein Radio brachten die Schüler mit Hilfe ihrer Muskelkraft zum Klingen. Den Höhepunkt der Führung beim AllgäuStrom-Partner AÜW bildete jedoch der Gang ins Kraftwerk, genauer gesagt in den Turbinenkellerraum zwischen Getriebe und Turbine. „Echt cool“ war die Tatsache, dass der Turbinenkellerraum unter Flussniveau liegt und die SchülerInnen also bis zu den Knien in der Iller stehen würden. Und fast noch „cooler“ fanden die „Kids“ die Vorstellung, dass durch die größte Turbine im Kraftwerk Illerstraße pro Sekunde eine Wassermenge von etwa 220 Badewannen (33 Kubikmeter) fließt. Im Anschluss an die Führung durch das AÜW diskutierten die Stiefenhofener SchülerInnen ausführlich mit ihrer Klassenlehrerin Ingrid Martin. Die neuen Eindrücke, die mit Worten wie „spannend, interessant, eindrucksvoll, riesig“ beschrieben wurden, fanden sogleich auch Berücksichtigung in der „Energiesparzeitschrift“, dem Projekt der Grundschulklasse drei für den Schulwettbewerb. Stromerzeugung aus Wasserkraft ist umweltfreundlich, erhält mit Fischtreppen und Biberleitern das ökologische Gleichgewicht – und passt somit ideal zum Thema des Wettbewerbs „Energiewende im Allgäu“ mit dem Ziel, den Prozentsatz der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen deutlich zu erhöhen. So jedenfalls sehen es die Stiefenhofener SchülerInnen. Was die Schülerinnen und Schülern aus Stiefenhofen zum Thema des Schulwettbewerbs noch alles erarbeitet haben, erfahren wir in Kürze. Denn bis vergangenen Freitag mussten schließlich alle Projektarbeiten bei AllgäuStrom eingereicht sein.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Mongolei – Nomadenstaat im Spannungsfeld mit Urbanisierung

Kempten – Das Haus International erfüllte auch an diesem Abend seine Mission als interkulturelles Zentrum der Stadt Kempten. Der recht gut besuchte …
Mongolei – Nomadenstaat im Spannungsfeld mit Urbanisierung

Kommentare