Tödliche Piste

Zu zwei schweren Wintersportunfällen ist es in dieser Woche auf Oberallgäuer Pisten gekommen: Bereits am Montag kam ein vierjähriger Bube bei einem Rodelunfall ums Leben. Nur einen Tag später verunglückten zwei Teenager schwer. Dabei erlitt eine 16-Jährige lebensgefährliche Kopfverletzungen. Beide trugen keinen Schutzhelm.

Ein vierjähriges Kind ist am Montag bei einem Rodelunfalls in Obermaiselstein ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei erlitt der Bub beim Aufprall auf einen Holzpfosten so schwere Verletzungen, dass er noch am selben Tag im Krankenhaus verstarb. Die 34-jährige Mutter des Buben befuhr zusammen mit ihrem Sohn am Spätnachmittag einen Hang in der Nähe eines Kinderliftes, der für das Rodeln präpariert war. Der Bereich war laut Polizei im oberen Teil 50 Meter und im unteren 150 Meter breit und zur Unfallzeit schneehart, aber nicht vereist. Nach bisherigen Erkenntnissen fuhren die beiden im unteren Drittel aus bislang ungeklärter Ursache in Richtung eines Holzpfostens, der den Skifahrerbereich vom Rodelbereich abgrenzt, stürzten mit dem Lenkrodel und prallten gegen den Pfosten. Dabei erlitt die Mutter leichte Verletzungen. Der Vierjährige hingegen verletzte sich bei dem Unfall so schwer, dass er noch vor Ort reanimiert werden musste und noch am gleichen Tag im Krankenhaus verstarb. Kein Schutzhelm Die Angehörigen des Kindes aus dem Großraum Augsburg mussten von einem Kriseninterventionsdienst betreut. Ein Beamter der Alpinen Einsatzgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West hat die Ermittlungen zu dem Unfall übernommen. Nur einen Tag später verunglückten zwei Teenager aus Baden-Württemberg auf der Skirote „Märchenwiese“ bei Gunzesried schwer. Zum Verhängnis wurde den beiden laut Polizei, dass ein Weg diese Piste kreuzt. Beim Überfahren des Weges stürzte zunächst ein Elfjähriger mit seinen Ski über den Absatz und brach sich den Oberschenkel. Eine nachfolgende 16 Jahre alte Snowboarderin kam an der selben Stelle zu Fall und zog sich dabei lebensgefährliche Kopfverletzungen zu. Während der Junge von den Bergrettern der Bergwacht Sonthofen ins Tal gebracht werden konnte, musste das Mädchen mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Sie liegt im Koma. Ungewöhnliche viele Unfälle In diesem Zusammenhang weist die Alpine Einsatzgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben/Südwest darauf hin, dass sich in diesem Winter bereits ungewöhnliche viele schwere oder sogar tödliche Wintersportunfälle ereignet haben. So seien seit Ende November bereits 12 Vorfälle von den Alpinbeamten bearbeitet worden. Dabei kamen vier Wintersportler ums Leben, neun wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. „Die Bandbreite reichte hierbei von der Suche nach verirrten Snowboardern über die Bergung tödlich verunglückter Bergwanderer sowie der Bearbeitung von fahrlässigen Körperverletzungen aufgrund von Kollisionen oder unzureichender Sicherungen der Piste“, berichtete Christian Owsinski, Sprecher des Polizeipräsidiums. Allerdings seien die von der Polizei rtegistrierten Vorfälle nur ein Bruchteil der tatsächlichen Unfälle dar, bei denen Wintersportler verletzt worden seien. Die Alpine Einsatzgruppe der Polizei, die seit 1996 auch im Allgäu besteht, wird tätig, wenn beispielsweise Ermittlungen zu einem tödlichen Unfall mit alpinem Hintergrund angestellt werden müssen. Die dazugehörigen 13 Beamte des PP Schwaben/Südwest – darunter zwei Lawinenhundeführer – werden aber auch häufig bei Vermisstensuchen in den Bergen oder sonstigen Einsätzen in schwierigem Gelände angefordert.

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