Transparenter Informationsfluss

Beim Rundgang durch die Räume in der Zeppelinstraße 5 zeigt AW-Geschäftsführer Michael Hauke die neue CNC-Fräsmaschine. Unser Foto zeigt Klaus Meyer (Lebenshilfevorsitzender, v.l.), stellvertretender Landrat Anton Klotz, Joachim Mösle (AOK-Direktion), Hauke, Günther Erdtl (AOK-Direktor) und Uli Geiger (Lattemann & Geiger). Foto: moriprint

Ohne Kunden keine Arbeit – ohne Arbeit keine sinnvolle Beschäftigung für die 620 Mitarbeiter mit Behinderung in den Allgäuer Werkstätten. Tradition hat daher bereits seit vielen Jahren der Kundenabend in der Zentrale an der Zeppelinstraße. Neben Geselligkeit steht dabei die Information zu aktuellen Entwicklungen und Neuerungen im Fokus. In diesem Jahr hatten die rund 120 Vertreter aus Politik und Wirtschaft Gelegenheit, die umgestalteten Räume für die Menschen mit geistiger Behinderung und die Plätze der neuen (zweiten) Förderstätte in Augenschein zu nehmen.

Ob Gardena (Ulm), Lattemann & Geiger (Dietmannsried), Ceratizit/WNT (als Nachbarn), Goldhofer (Memmingen) oder Zötler (Rettenberg) – die Kunden wissen den transparenten Informationsfluss und die Qualität der gelieferten Waren und Dienstleistungen zu schätzen. Michael Hauke, Geschäftsführer der Allgäuer Werkstätten GmbH, vermittelte den Gästen: „Die Arbeit gibt den uns anvertrauten Menschen Selbstwertgefühl. Das haben wir geschaffen.“ Sie würden sich mit ihrer Arbeit identifizieren – wie es Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt auch tun würden. Ernst nimmt die Allgäuer Werkstätten die neue Aufgabe „Inklusion“. So hat die Werkstatt für Menschen mit Behinderung bereits Außenarbeitsplätze in anderen Firmen initiiert und ermöglicht auch Praktika in Unternehmen. „Nicht alle sind dazu in der Lage. Wir hoffen, dass bei der ganzen Diskussion um die Inklusion die schwerst mehrfach behinderten Menschen nicht vergessen werden, sondern auch für sie eine Möglichkeit für mehr Teilhabe an der Gesellschaft entwickelt wird.“ Wertvoller Platz Für den Kundenabend hatte Hauke einige Zahlen vorbereitet. So wurde errechnet, dass pro Kopf und Euro für eine Werkstatt 49 Cent wieder an die Gesellschaft zurückfließen. Generell müsse man sehen: „Ein Werkstattarbeitsplatz kostet die Gesellschaft pro Jahr 10 700 Euro. Pflege daheim in der Familie ist aber mindestens ebenso teuer. Hier in der Werkstatt bekommen die Menschen mit Behinderung zusätzlich Förderungen, wie sie ein einzelner Angehöriger nicht leisten kann.“

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