Bestattung im eigenen Garten mit dem "Tree of Life"

Die Ruhe in der Natur finden

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Zu allen Jahreszeiten lassen sich am „Tree of life“ Trost und Geborgenheit finden, inmitten der Natur.

Kempten – Die traditionelle Bestattung auf einem Friedhof entspricht heutzutage nicht mehr den persönlichen Vorstellungen vieler Menschen. Immer öfter wird die seelische Entspannung in der Natur gesucht und so wünscht sich auch mancher nach dem Ableben einen Platz an einem naturbelassenen Ort. Der Gedanke an die letzte Ruhestätte z.B. in einem Wald, auf einer Wiese oder in einem Bergbach findet somit immer mehr Anklang. Die neue Bestattungsform „Tree of Life“ ermöglicht den Traum der Naturbestattung, auch im eigenen Garten.

„Die Grundvoraussetzung dafür ist eine Feuerbestattung“, so Alexander Jakob vom gleichnamigen Bestattungsunternehmen in Kempten, das die Tree-of-Life-Bestattung seit Februar diesen Jahres anbietet.

Vermischung von Asche und Erde 

Nachdem die Einäscherung sowie die Trauerfeier stattgefunden haben, wird die Urne in eine Baumschule in die Schweiz, Tschechien oder in den Niederlanden überführt. Anschließend kann ein vier bis fünf Jahre alter Wunschbaum, wie z.B. Laub-/Nadel- und Zierbäume (nicht gestattet sind Bäume, die essbare Früchte tragen), ausgewählt werden. Dieser wird in einem Gemisch aus der Asche des Verstorbenen sowie einer speziellen Vitalerde in einen Kokostopf gepflanzt. Sobald der Baum nach etwa sechs bis neun Monaten verwurzelt ist, wird er zu den Angehörigen geliefert und kann an einem Lieblingsort des Verstorbenen eingepflanzt und somit ein intimer Gedenkplatz geschaffen werden. Auf diese Weise wird ein ganz persönlicher Kreislauf des Lebens geschaffen – kraft- und energievoll und gleichzeitig dem Himmel ein Stück näher. Hat der Baum die Nährstoffe der Asche aufgenommen, wird dieser in seinem vollständigen Erdreich an Sie übergeben. „Dies ist eine schöne und beruhigende Vorstellung. Der Baum spendet den Hinterbliebenen Geborgenheit und Trost und das Sinnbild des Weiterlebens spielt hierbei eine große Rolle“, so Jakob.

Beisetzung erfolgt im Ausland 

Die eigentliche Beisetzung erfolgt also im Ausland und die Asche kommt transformiert zurück zu den Angehörigen nach Deutschland, wodurch es sich entgegen vieler Annahmen um eine legale und gleichzeitig kostengünstigere Bestattungsform handle, die immer mehr angefragt werde, so Jakob. Vielmehr sei das Hauptproblem bei dieser Bestattungsart, dass viele Angehörige kein eigenes Grundstück besitzen. „Wir haben daher schon die Zuständigen des Zentralfriedhofs kontaktiert, ob es nicht möglich sei, auch dort diese ‚Bäume des Lebens’ in bestimmten Bereichen anzupflanzen“, so Sonja Jakob. „Bisher noch ohne Resonanz.“ 

Doch auch wenn die Urne bereits auf einem Friedhof beigesetzt wurde, könne sie wieder aus der Erde geholt und zu einer Baumschule ins Ausland geschickt werden, um sich dann den Baum des Lebens auf das eigene Grundstück zu pflanzen, betont Alexander Jakob. „Die Grabpflege übernimmt dann die Natur."

kb/Lea Stäsche

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