Trickreicher Zug

Der Bau des Schauraums Erasmuskapelle geht voran. „Die Mauerkronen und der Putz sind konserviert, die Funde sind gesichert“, berichtete Kemptens Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann vergangene Woche im Bauausschuss. Bald sollen Bohrpfeiler rund um die Kapelle in die Erde getrieben werden. Die sollen die so genannte Schlepplatte tragen, auf denen man künftig über der Kapelle über den Platz läuft – ein aufwändiges Unterfangen.

Ein 60 Tonnen schweres Bohrpfahlgerät soll die Pfähle tief in die Erde treiben, erklärte Gerhard Pahl vom Ingenieurbüro Schütz. Damit die Kapelle durch die schweren Maschinen nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, gilt es, sie vorher zu sichern. Entweder, indem man für 95000 Euro eine Stützkonstruktion im Kapellenraum aufstellt, oder, was billiger und effektiver wäre, indem man den die Kapelle mit Sand auffüllt. Zunächst würden die Mauern mit einem Vlies geschützt, dann bis oben hin mit Sand gefüllt. 25000 Euro würde diese Maßnahme kosten, so Pahl, und gleichzeitig die Kapelle besser vor den Erschütterungen der Maschinen schützen. Anschließend würde der Sand wieder abgesaugt. Zwischen die Pfähle soll eine Spritzbetonschicht kommen. Der CSU-Fraktionsvorsitzende Erwin Hagenmaier äußerte hier Bendenken. Durch den Spritzbeton könne nämlich Grundwasser aufsteigen und für Feuchtigkeit im Kapellenraum sorgen. In der Tat liege der Grundwasserspiegel unter dem St. Mang-Platz sogar sehr hoch, erklärte Pahl, eine Drainage soll aber Abhilfe schaffen. Auch den von einigen Stadträten geäußerten Wunsch, die Kapelle müsse von außen einsehbar sein, griff Wiedemann auf. Von einer Glasplatte auf den Platzoberfläche riet er allerdings weiterhin ab. Sie würde ohnehin verkratzen und durch die direkte Sonneneinstrahlung würden sich Algen bilden und das Mauerwerk beschädigen. Stattdessen soll der nun abgeflachte Treppenabgang Einblicke in die Kapelle gewähren. Auch hier vermutete Hagenmaier Probleme mit der Feuchtigkeit. Bei dem sehr ähnlichen dokument.neupfarrplatz in Regensburg, das die Stadträte vergangenes Jahr besichtigten, dürfe man die Tür nicht offen lassen, damit keine feuchte Luft nach unten kommt. Eine besonders effektive Belüftung im Eingangsbereich, so Pahl, soll verhindern, dass sich Kondenswasser bildet. Der jetzige Stand der Planung, so Wiedemann, sehe außerdem einen kleinen Vorraum vor, der als Garderobe oder Kassenhäuschen dienen könnte. Das endgültige Raumkonzept mit Medienpräsentation sowie der genaue Bauablauf soll Thema der nächsten gemeinsamen Sitzung des Bau- und des Schul- und Kulturausschusses werden.

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