Faschingsumzug in Kempten

Die Narren ziehen durch die Stadt

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Schneeflöckchen Weißröckchen, wann kommst du geschneit? Nun, zuletzt nicht an Weihnachten, dafür zum Unmut der Aktiven heuer an den närrischen Tagen. Trotzdem säumten viele Faschingsverrückte den Zug in der Fischerstraße.

Kempten – „Der Zoch kütt…“ heißt es im Rheinland. Gemeint ist damit, dass nun nach langem Warten der alljährliche Karnevals…, Pardon, Faschingsumzug beginnt und in Bälde die „Jecken“, Pardon „Narren“, mit ihren Prunk- und Themenwagen an den Mengen vorbei paradieren.

Was lange Zeit nur Menschen in den Karnevalshochburgen im Rheinland vorbehalten blieb, gibt es nun seit genau 15 Jahren auch in Kempten. Ins Leben gerufen hat den Kemptener Faschingsumzug, als „Gaudiwurm“ mittlerweile hinlänglich bekannt, die Faschingsgilde Rottach 97. Da musste ganz schön Pionierarbeit geleistet werden und zu Anfang wurden die drei Traktoren, zwei Kapellen und ein paar Hexen sicherlich von so manch einem im Stillen belächelt.

Aber, nur 15 Jahre nach der Geburt eines Faschingsumzuges in Kempten, hat sich der „Gaudiwurm“ zu stattlicher Größe gemausert. Rund 2000 Aktive waren am Samstag am diesjährigen Umzug beteiligt. Dabei trafen sich die „Narren“ um 13.30 Uhr hinter der bigBOX und schon dort verrieten die fremden Kennzeichen der Reisebusse, dass sich viele Faschingsverrückte aus dem gesamten Allgäu und Schwaben am Kemptener Umzug beteiligen werden.

Die Resonanz bei den Zuschauern ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Heuer waren es allerdings etwas weniger, was vermutlich in erster Linie dem greislichen Wetter geschuldet war. Und so zogen die Narren, Hexen, nebst Dreispitzbehüteten Garden fröhlich inmitten der Themenwagen, musizierend an den Mengen am Straßenrand vorbei und verteilten fleißig Bützchen und Guatzle. Auf’s Korn genommen wurde unter anderem der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit von Deutschlands unregierbarster Stadt Berlin, der zur Zeit mit seinem geplanten Großflughafen BER im Brandenburger Marsch versinkt. Ganz allgemein aber waren es die aktuellen bundesweiten Großbaupro- jekte, die Ziel des närrischen Spotts wurden.

Der „Gaudiwurm“ zog sich von der bigBOX über die Kotterner Straße in Richtung Fischerstraße, umrundete am Residenzplatz die Galeria Kaufhof, um schließlich über die Kronenstraße auf dem Rathausplatz einzubiegen. Dort gab es für die verfrorenen Narren noch die Möglichkeit vor Ort zu feiern und sich mit Getränken und einem Imbiss zu stärken.

Am Abend feierte die Faschingsgilde Rottach 97 mit Guggamusik ihr traditionelles „Närrisches Treiben“ in der Gaststätte Stift. „Die Gilde ist stolz darauf, dass der Faschingsumzug zu den Kemptener Veranstaltungshighlights zählt und auch für viele auswärtige Gruppen zu einem Höhepunkt des Faschingskalenders wurde“, so der Präsident der Faschingsgilde Rottach, Hans-Peter Selk. Darauf ein dreifaches „Rottach Dolé!“.   Jörg Spielberg

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