Bundesverteidigungsminister zu Gast in Isny

Isnyer lauschen De Maizières Worten

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Dr. Alexander Sochor (v.l.), Fraktionsvorsitzender der Isnyer CDU, Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière und Bundestagsabgeordneter Dr. Andreas Schockenhoff bei der Podiumsdiskussion im Kurhaus.

Isny – Obwohl sein Terminkalender gerade in den Monaten vor der Bundestagswahl sehr voll ist, haben es der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Andreas Schockenhoff und die Isnyer CDU geschafft, Thomas de Maizière nach Isny zu locken.

Der Bundesverteidigungsminister stattete am Donnerstagabend der kleinen Stadt im württembergischen Allgäu einen Besuch ab, trug sich ins Goldene Buch ein und sprach im Kurhaus zum Thema „Wohlstand und Sicherheit für Deutschland“. 

Morgens Magdeburg, mittags Laupheim, nachmittags Ravensburg und am frühen Abend Isny im Allgäu. Das ist eigentlich an der äußersten Grenze des Machbaren. Überall umgeben von Prominenz, Sicherheitsbeamten, Sekretären und Parteifreunden müsste man fast den Überblick verlieren. Das ist allerdings bei Thomas de Maizière weit gefehlt. Auch bei seiner Ankunft in Isny strahlte er noch Gelassenheit und Politkompetenz aus. Die Veranstalter vor Ort wirkten dagegen deutlich unruhiger. Man hat schließlich nicht jeden Tag so hohen Besuch in Isny. 

Im angenehm temperierten Saal im Kurhaus hatten sich über 150 Zuhörer eingefunden und beklatschten den ersten Auftritt des Ministers bei der Ankunft und dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt. Bürgermeister Rainer Magenreuter begrüßte den prominenten Gast und nahm Bezug auf die Geschichte der ehemals Freien Reichstadt. „Türme, Tore und Mauern waren Zeichen der Sicherheit und auch des Wohlstandes. Besser ist, dass heute die Verteidigung in Händen des Verteidigungsministers liegt und nicht mehr in den Möglichkeiten der einzelnen Städte“, meinte er. Anschließend nahmen Ortsvorsitzender Georg Kronenwetter, der Fraktionsvorsitzende der Isnyer CDU, Dr. Alexander Sochor, Dr. Thomas de Maizière, Dr. Andreas Schockenhoff und Bürgermeister Magenreuter auf dem Podium Platz. Kronenwetter lieferte den Gästen einen Überblick über den politischen Werdegang des 1954 geborenen Thomas de Maizière und seine Rolle in Landes- und Bundespartei. Der Verteidigungsminister war mit einem Vortrag zum Thema „Wohlstand und Sicherheit für Deutschland“ angekündigt worden. 

Wer nun aber annahm, einiges von den Hintergründen des Verteidigungsministeriums zu erfahren, war auf der falschen Veranstaltung. Hier wurde mit gutem Grund Wahlkampf zelebriert, die gute wirtschaftliche Lage der Bundesrepublik erklärt und den Bürgern dafür gedankt, dass jeder einen Teil zum bisherigen Wohlstand beigetragen hatte. De Maizière machte auch deutlich: „Es gibt in der Politik keine Dankbarkeit. Keine Regierung wird wiedergewählt, weil es den Bürgern gut geht. Wir aber vertrauen den Menschen, dass sie mit uns in die eingeschlagene Richtung weiter gehen wollen.“ Zudem setzte er sich für die Wiederwahl von Schockenhoff ein: „Abgeordnete sind Vertreter des ganzen Volkes und zu diesen Menschen gehört für mich ebenfalls Dr. Andreas Schockenhoff, ein engagierter Politiker in den Reihen der CDU, der in diesem Wahlkreis zur Wiederwahl steht.“ 

Pro Merkel 

Andreas Schockenhoff ging in seinem anschließenden relativ kurzen Vortrag ebenfalls tendenziell in die gleiche Richtung. Beide Bundespolitiker sehen nach wie vor in Angela Merkel die parteipolitische Gallionsfigur die durchaus in der Lage ist, das „Schiff Bundesrepublik“ auf dem richtigen Kurs zu halten. Das es auch noch andere politische Parteien gibt, ist wohl auch ihnen klar und der von De Maizière geäußerte Anspruch die einzige verbliebene Volkspartei der Bundesrepublik zu sein, war deutlich an den Wahlkampf angepasst. Die Diskussionsrunde, die sich anschließen sollte, beschränkte sich auf wenige Fragen und Antworten. Der Minister war offensichtlich noch immer unter Zeitdruck und die Schlussworte von Schockenhoff und Sochor passten nur noch knapp in den Zeitplan.

Manfred Schubert

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