Das übliche Entsetzen

Der hauptamtlich im Technischen Hilfswerk (THW) Kempten tätige Michael Rausch ist jetzt nach zwei Wochen von seinem Einsatz in Polen zurück. Tagelange sintflutartige Regenfälle hatten zu schweren Überschwemmungen geführt. Mit Hochleistungspumpen unterstützte das THW mit rund 120 Helfern die polnische Feuerwehr im Süden und Osten des Landes bei der Bekämpfung der Fluten.

Als Einsatzleiter war Rausch mit einem sogenannten HCP-Modul des THW mit 16 Helfern aus Bayern in der schlesischen Stadt Goczalkowice-Zdroj zum Abpumpen der Wassermassen eingesetzt. Das High Capacity Pumping (HCP) Modul verfügt über Hochleistungspumpen mit einer Gesamtleistung von bis zu 30000 Litern in der Minute. „Bei so großen Wassermengen, mit denen wir es hier in Polen zu tun hatten, ist diese Technik unverzichtbar", erklärt Rausch. Rausch, ausgebildeter THW-Helfer und Spezialist in Sachen Pumpen und Deichverteidigung, berichtet von einem anstrengenden, aber sehr erfolgreichen Einsatz. Gerade mal sechs Stunden zum Packen und Vorbereiten hatte er, dann ging es auch schon auf den rund 1000 Kilometer langen Weg. Mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehrhelfer arbeiteten sie dann täglich rund um die Uhr in zwei Schichten. So entwässerten sie Wohngebiete, die teilweise bis zum 1. Stock und noch weiter unter Wasser standen. Familien ringen hier um ihre Existenz, haben viel verloren und sind verzweifelt. Ein Bild, das dem THW-Helfer Rausch nichts Unbekanntes ist. Schließlich war er bereits bei vielen Hochwassereinsätzen dabei, so auch an der Elbe 2002, in New Orleans 2005 und 2006 in Frankreich. Ein weiterer Schwerpunkt bestand darin, die letzte verbleibende Transitverbindung zwischen Norden und Süden vor den Wassermassen zu schützen. Gute Zusammenarbeit Rückblickend lobt Rausch die enge professionelle Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden und Feuerwehren, aber auch die fachliche Kompetenz seiner Mannschaft, deren Rat sich in diesen Tagen die polnischen Einsatzkräfte immer wieder einholten. So halfen sie auch bei Deichvermessung und Reparaturarbeiten. Zurück in Kempten – auch hier Dauerregen. Zum Glück sind die Überschwemmungen nicht im diesem Ausmaß wie in Polen. Trotzdem trafen die Ehrenamtlichen des Kemptener THW und die anderen neun Allgäuer Ortsverbände vergangene Woche sofort vorbereitende Maßnahmen, um im Ernstfall schnelle Hilfe leisten zu können.

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