Dank und Austausch

"Sehr komplexes Thema"

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OB Dr. Ulrich Netzer freut sich über die zahlreichen Gäste, die seiner Einladung zum letzten Neujahrsempfang in seiner Amtszeit gefolgt sind.

Kempten – Dass „heute schon persönliche Gefühle mitschwingen“, wollte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) nicht verhehlen. Schließlich war es kurz vor Ende seiner Amtszeit der letzte Neujahrsempfang, zu dem das Stadtoberhaupt die Bürger eingeladen hatte, die auf unterschiedlichste Weise zur Entwicklung der Stadt beigetragen haben.

So begrüßte er am Dienstagabend dieser Woche traditionell als Dank und zum gegenseitigen Austausch in der brechend vollen Schrannenhalle des Rathauses zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kirchen, Behörden, Polizei, Bundeswehr und dem sozialen Bereich sowie aus Vereinen und Organisationen, „die sich in der Kultur, im Sport und insgesamt in unserer Stadt einsetzen, die ehrenamtlich oder beruflich Herausragendes geleistet haben oder auf besondere Ereignisse und Jubiläen zurückblicken“. Sie alle hätten auch im vergangenen Jahr durch vielfältiges Engagement dazu beigetragen, „dass sich unsere Stadt gut entwickelt“, betonte Netzer.

Stadtentwicklung sei ein „sehr komplexes Thema“, machte er dieses an „nur drei, aus meiner Sicht aber sehr entscheidenden Punkten“ fest: die Weichenstellung voriger Generationen – zum Beispiel die Entscheidung in den 1920er Jahren, „dass sich die Stadt an der Wasserkraft beteiligt“, woraus das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) entstanden sei oder die Gründung der Sozialbau in den 1950ern; den zweiten Punkt sah er in der gelebten Demokratie und dem alle sechs Jahre an 44 Stadträte und einen Oberbürgermeister erteilten Auftrag, die notwendigen Entscheidungen zu treffen, wobei das Gemeinwohl der Wähler im Zentrum des Handelns stehen müsse, „und nicht die Befriedigung einzelner Eigeninteressen“. Und schlussendlich werde eine Stadtentwicklung, die lebt, von allen Bürgerinnen und Bürgern „umgesetzt und getragen“, nannte er als dritten Baustein.

Im Zeitplan

Viele Kernthemen der „Strategischen Ziele 2020“ seien sichtbar vorangekommen, hob Netzer unter anderem die Neu- und Umbauten in acht Einrichtungen für die Kinder-betreuung hervor oder die bereits fertiggestellten Maß- nahmen der langfristigen Schulbauinitiative an der Suttschule, Robert-Schuman-Mittelschule oder Grundschule Kottern-Eich.

In seiner Aufzählung fehlte auch das im vergangenen Jahr „sichtbare Vorankommen“ auf dem Hildegardplatz nicht, zu dem die Resonanz bislang „durchweg positiv“ sei. Auch über die zahlreichen Auszeichnungen für die Stadt freute sich der OB, wie das Prädikat „Bildungsregion in Bayern“, den Deutschen Nachhaltigkeitspreis – laut Jury für die „Strategische Modernisierung der Verwaltung, ausgerichtet an zukunftsweisenden Zielen einer ganzheitlichen Stadtpolitik“ – der 6. Platz im GMA-Ranking „Die 50 TOP-Mittelstädte in Deutschland“ oder den Deutschen Ingenieurpreis „Straße und Verkehr 2013” für Umgestaltung des historischen Hildegardplatzes und innovative Bürgermitwirkung.

Wichtige Nordspange

Gut voran gingen die Arbeiten an der „Nordspange”, „einem für die Stadt und den nördlichen Landkreis Oberallgäu wichtigen Infrastrukturthema“, das bis Ende 2015 komplett umgesetzt sein soll. Persönlich freue er sich zudem über die „gemeinsame Kliniklandschaft“ von Stadt und Landkreis Oberallgäu. Auch das „große Loch“ fand seine, wenn auch nur kurze Erwähnung: „Dass es hier schon lange nicht mehr um die Frage, Einzelhandel oder nicht, geht, dürfte mittlerweile klar sein“, meinte er dazu.

Christine Tröger

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