Ein unbedingtes Muss

Rund 18000 Beschäftigte im Allgäu sind derzeit für das Kurzarbeitergeld gemeldet. Das vermeldete jetzt zumindest der SPD-Bundestagskandidat Reinhard Strehlke (55) aus Oberstaufen im Rahmen der Mitgliederversammlung des SPD-Kreisverbandes Kempten. Anhand der regionalen Arbeitsmarktzahlen der Bundesagentur für Arbeit ging er auf die ungewöhnliche Situation am hiesigen Arbeitsmarkt ein.

Nur wegen der vom SPD-Bundesarbeitsminister Olaf Scholz bereits zweimal initiierte Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes auf inzwischen 24 Monate seien viele Arbeitnehmer noch nicht arbeitslos, erklärte Strehlke. Die Krise am Arbeitsmarkt folge der Finanz- und Wirtschaftskrise lediglich mit zeitlicher Verzögerung, so der Kandidat weiter. So sei zu befürchten, dass nicht alle derzeit betroffenen Arbeitnehmer jemals wieder einer normalen Berufstätigkeit nachgehen könnten. Strehlkes Ansicht nach hat das Folgen für das spätere Lebensschicksal. So habe das Institut für Arbeits- und Berufsmarkforschung herausgefunden, dass Empfänger von Hartz IV-Geld verglichen mit Berufstätigen fast doppelt so häufig krank sind, eine geringere Lebenserwartung haben, suchtgefährdeter sind und mehr von Bildungsangeboten und -maßnahmen ausgeschlossen sind. Bedrohlich sehe die Situation bei der Einhaltung vereinbarter Mindestlöhne aus. Gerade diese schafften nach den Erfahrungen des Mitarbeiters der Bundesagentur aber gerechte Konkurrenzverhältnisse und sicherten oft Einkommen ohne zusätzliche Unterstützung des Staates. Manche Arbeitgeber nutzten aber unzureichende Tarife und die Einstellung als geringfügig Beschäftigte, da sie wüssten, dass der Staat ergänzende Leistungen gewährt. Strehlke sah in verbindlichen Mindestlöhnen auch einen Schutz für die Arbeitgeber, da so zumindest im Lohnsektor ein sauberes Konkurrenzverhältnis geschaffen werde. Damit künftig mehr Menschen am geregelten Arbeitsleben teilnehmen können, forderte er neben der verstärken Kontrolle der vereinbarten Mindestlöhne den schnellen Ausbau der angekündigten Krippenplätze und einen besseren öffentlichen Personennahverkehr.

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