Heiterer Aschermittwoch bei den Freien Wählern

"Herr Hellwach" plaudert aus dem Nähkästchen

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„Watschten“ beim politischen Aschermittwoch der Freien Wähler die Stadträte anderer Fraktionen ab: Elfriede Bretag und Dieter Zacherle.

Einer wurde vermisst beim politischen Aschermittwoch der Freien Wähler Kempten im Meckatzer Bräu-Engel und das war Richter Alexander Hold, der sich wegen atemluftraubendem Schnupfen entschuldigen ließ.

Ansonsten waren die prominenten Köpfe rund um das Stadtrat-Urgestein Dieter Zacherle erschienen, um gemeinsam mit Freunden der Partei den politischen „Gegner“ nach alter Sitte „g’hörig abzuwatschen“. Für weitere humorvolle Darbietungen am Abend sorgten Claudia Lau und Elke Hermann, die man im Allgäu aber eher als das Kabarettistinnen-Duo „TraumFraun“ kennt. Der Reihe nach – zuerst wurden die rund 80 Besucher der Veranstaltung vom 1. Vorsitzenden Robert Wiedenmann herzlich willkommen geheißen. Dass Eintritt zur Veranstaltung verlangt wurde, ist ungewöhnlich, die Einnahmen aber werden, so wurde versichert, vollständig dem Hospizverein Kempten-Oberallgäu e.V. zugeführt. „Der Abend verspricht alles zu bieten, was Männerherzen sich so wünschen“, begann Dieter Zacherle, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler seine launige Einlage, die er gemeinsam mit Elfriede Bretag, der Schatzmeisterin der Freien Wähler, den Zuschauern vortrug. Da wurden die Stadtratskollegen gut „abgewatscht“. Der FDP, die sich zur selben Zeit in der Weinstube Hensler zum politischen Aschermittwoch versammelt hatte, wünschte man ein wenig mehr Zuschauer als Stadträte im Stadtrat und ÖDP-Spitzenkandidat Hofer wurde mit den Worten aus dem zurückliegenden Wahlkampf zitiert: „Ich möchte ein Bürgermeister für Senioren sein.“ Freilich wurde dem Publikum „getwittert“, dass Hofer nach verlorener OB-Wahl die ihm angebotene Aufgabe des Seniorenbeauftragten der Stadt Kempten ablehnte. Auch das schnelle Verschwinden des SPD-Oberbürgermeisterkandidaten Martin Bernhard nach der missglückten OB-Wahl aus der Allgäu-Metropole wurde süffisant mit den Worten belegt: „Na, wenigstens hatte er sich zur OB-Wahl das passende Autokennzeichen zugelegt: KE-OB-2014.“ Und Spitzenmann Thomas Hartmann der Fraktion der Grünen wurde nachgesagt, er würde bis heute noch an der verlorenen OB-Wahl „knabbern“. Seine Partnerin hatte sich doch so siegessicher schon als Kemptens „First Lady“ auf der grünen Wahlkampf-Website dargestellt, schmunzelten Zacherle und Bretag ironisch. Dann spielte Rainer Terting mit seinem Akkordeon auf – Stubnmusi mit satirischen Seitenhieben. Von vielen schon erwartet: der erste Auftritt der Kabarettistinnen „TraumFraun“ mit einer Nummer, die den Schnupfen des allseits vermissten Stadtrats Alexander Hold in ihrer Nummer „Schnupfen ist eine Chance“ komödiantisch aufgriff. Viral-Marketing nannten die beiden Kabarettistinnen ihre Einlage und schlossen final mit der Aufforderung an Alexander Hold, dieser möge doch „dem Schnupfen den Prozess machen“. In weiteren Einlagen wurde die weibliche Sicht auf den Umgang mit dem G8-Abitur, dem Besuch von Fitness-Studios und dem Führerschein mit 17 dem erheiterten Publikum dargelegt. Und damit diese nicht den ganzen Abend auf dem trockenen sitzen mussten, wurde durch Kemptens 2. Bürgermeisterin Sibylle Knott ein von der Meckatzer Löwenbräu Benedikt Weiß KG gespendetes Fass Festbier angestochen und den Gästen des Abends Freibier ausgeschenkt. Die Darbietungen der Freien Wähler wurden durch einen weiteren Auftritt von Dieter Zacherle abgeschlossen. Zacherle schlüpfte unter großer Heiterkeit des Publikums in die Rolle des „Herrn Hellwach“, eines Mitarbeiters des Kemptener Bürgertelefons, das für jedermann unter der Nummer 115 erreichbar ist. Da wurde einiges aus dem Nähkästchen geplaudert und der ein oder andere Mitarbeiter der Stadt Kempten bekam sein Fett ab, als ein fingierter Anrufer zwecks einer ersehnten Baugenehmigung beim Bürgertelefon mit „Herrn Hellwach“ ins Gespräch kam. Jörg Spielberg

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