CvL verabschiedet Schulleiter Werner Preising in den Ruhestand

"Alles macht man irgendwann zum letzten Mal"

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Mit viel Freude nahm Werner Preising (vorne re.) sein neues Fahrrad von Martin Huss (vorne li.), Vorsitzender des Schulforums, und Mitgliedern der Schulfamilie entgegen.

Kempten – Ein Ferienbeginn, der gleichzeitig auch ein Neustart bedeutet: nach langem Berufsleben verabschiedete sich Werner Preising mit Ende dieses Schuljahres in den Ruhestand und übergibt das Amt des Schulleiters des Carl-von-Linde Gymnasiums (CvL) an Hermann Brücklmayr, bisheriger Konrektor am Hildegardis-Gymnasium. Am vergangenen Dienstag wurde Preising offiziell von Vertretern der Stadt, zahlreichen Kollegen und „seiner“ Schule verabschiedet.

„Alles macht man irgendwann zum letzten Mal. Doch Sie können mit großer Zufriedenheit auf ihre Amtszeit zurückblicken“, so Oberbürger- meister Thomas Kiechle, der selbst am CvL Abitur gemacht hat. Ein großes Anliegen sei es Preising gewesen, die Identifikation aller Beteiligten mit der Schule zu stärken. Schüler und Kollegen schätzen ihn als angenehmen und vertrauensvollen Ansprechpartner, so Kiechle weiter.

"Frischer Wind" für die Zukunft 

Weitere 14 Grußworte folgten von Mitgliedern der Schulfamilie, die am Ende ein Gemeinschaftsgeschenk entstehen ließen, das „sowohl handwerkliche als auch sportliche Fähigkeit herausfordert“, so Martin Huss, Vorsitzender des Schulforums, der die Grußworte moderierte, um einen koordinierten und schnellen Ablauf zu gewährleisten. So gab es für Preising unter anderem einen Fahrradlenker, „der den rechten Weg weisen soll“, ein „‘Personalrad’, das hoffentlich immer rund läuft“, Speichen, damit Preising „nie auf der Felge daherkommt“, einen Rückspiegel, „um auf viele schöne Jahre zurückzublicken“ und eine Luftpumpe „für frischen Wind in der Zukunft“. In Frage stellte Huss am Ende dann aber doch, ob Preisings handwerkliches Geschick ausreichen würde, um aus diesen Einzelteilen ein funktionierendes Fahrrad zu basteln, weshalb dem scheidenden Schul- leiter dann doch ein neues Gefährt übergeben wurde. Auch zukünftiger Schulleiter Hermann Brücklmayr bekam einen Fahrradsattel überreicht, damit er in seiner neuen Aufgabe „immer fest im Sattel sitzt“.

Zukünftiger Schulleiter als "Bauherr" 

Preising selbst stattete seinen Nachfolger mit einem Bauhelm aus, um diesen auf die bevorstehenden baulichen Veränderungen am CvL vorzubereiten, deren Ankündigung in den vergangenen Jahren zwar schon als „running gag“ mit in die Jahresberichte gehörten, das Warten habe aber jetzt doch endlich ein Ende. Unerwartet unterbrochen wurde Preisings Rede dann plötzlich von einer Durchsage des „Bayerischen Rundfunks”, in der sich unter anderem auch „Angela Merkel“, „Helmut Kohl“, „Willy Brandt“ und „Benedikt XVI.“ zu Wort meldeten und den „Gute-Laune-Direktor“ und dessen Durchsagen – mit „viel Inhalt, aber auch beängstigenden Neuigkeiten aus dem Schulleben” – auf die Schippe nahmen.

„Werner Preising erwies sich als Lehrer mit solider Fachkenntnis, der pädagogische Herausforderungen gerne annahm“, wertschätzte Leitender OstD Hubert Lepperdinger, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Bayern, das Wirken von Preising, der in Heilbronn geboren wurde und an der Ludwig-Maximilian-Universität in München Deutsch und Geschichte studierte. Sein Referendariat habe er in Würzburg absolviert, bevor es ihn 1978 dann nach Kempten verschlug. 26 Jahre lang habe Preising dort am Allgäu Gymnasium gearbeitet. Nach anschließend zehnjähriger Tätigkeit als Seminarlehrer der Pädagogik, „in der er viele junge Kollegen prägte“, habe Preising dann 2004 das Amt des Direktors am Bernhard-Strigel-Gymnasium in Memmingen angenommen, sechs Jahre später stand dann aber auf eigenen Wunsch der Wechsel zurück nach Kempten an, wo er bis heute als Schulleiter das Carl-von-Linde Gymnasium prägte, wie Lepperdinger allen Anwesenden einen kurzen Einblick in Preisings Lebenslauf gab.

„Auch heute noch würde ich nach wie vor die gleichen Entscheidungen treffen”, so Preising rückblickend auf seine jahrzehntelange Arbeit im Schulwesen und wünschte seinem Nachfolger ebenso alles Gute.

Lea Stäsche

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