Auf Veränderungen reagieren

Seit 1984 hatte der Ausländerbeirat die Belange ausländischer Mitbürger gegenüber der Stadt Kempten vertreten. Verändert hat sich im Lauf der Jahre nicht nur die Zuwanderungssituation, sondern jüngst auch das Gremium, das nun mit neuem Namen, Befugnissen und teilweise neuen Mitgliedern als Integrationsbeirat die Arbeit in seiner ersten Sitzung aufgenommen hat.

Prägten vor rund 40 Jahren noch Gastarbeiter aus Südeuropa, später Zuwanderer aus Osteuropa sowie Bürgerkriegsflüchtlinge die Migration, kamen mit den 1990er Jahren vor allem Spätaussiedler dazu, wie Siegfried Oberdörfer (SPD), Beiratsvorsitzender und Integrationsbeauftragter der Stadt Kempten, den gesellschaftlichen Wandel erläuterte. Einige der 20 Vertreter des Ausländerbeirats aus zuletzt nur mehr zwei Nationen gehören auch dem auf 35 Mitglieder aufgestockten Integrationsbeirat an. Sie vertreten künftig die Interessen von rund 7400 ausländischen Mitbürgern aus 115 Nationen sowie von geschätzten 8000 Aussiedlern. „Fast jeder vierte Kemptener hat Migrationshintergrund“, wie Oberdörfer anmerkte. Neu können nun auch Inhaber der Deutschen Staatsbürgerschaft dem Gremium angehören und im Gegensatz zu früher haben alle Vertreter ein Stimmrecht. Die Beiratsmitglieder werden ferner nicht mehr wie zuvor von ihren Landsleuten gewählt, sondern vom Stadtrat bestellt. Inklusive ihrer Stellvertreter waren die Beiratsmitglieder zur ersten Sitzung erschienen, in der sich die einzelnen Personen zunächst vorstellten. Aber auch eine erste Amtshandlung stand auf dem Programm: Einstimmig bewilligt wurde ein Zuschuss in Höhe von 3500 Euro für die Interkulturellen Wochen in diesem Herbst. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) bedankte sich bei Cemal Coskun, der bislang den Vorsitz des Ausländerbeirats innehatte, für das intensive Engagement. „Sie können sicher sein, dass Ihre Arbeit Früchte getragen hat, auch für die nachfolgenden Generationen“, lobte er den Jahrzehente langen Einsatz unter anderem für die Integration von Kindern.

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