Verbal geschossen

Es war einmal mehr soweit: Die Narrenzunft „Lachende Kuh“ stürmte jetzt mit der musikalischen Unterstützung der Isnyer Guggenmusik das Rathaus. Mit Hilfe einer Leiter verschafften sich die Narren über den Balkon Zugang zum Rathaus und besetzten das Büro von Bürgermeister Rainer Magenreuter.

Bereits nach wenigen Sekunden hatte Magenreuter die „Schandgeige“ um den Hals gelegt und auf dem Rathausbalkon verkündete der Vorsitzende der Narrenzunft, Frank Müller, die erfolgreiche Absetzung des Bürgermeisters und die Übernahme des Rathausschlüssels. Die Guggenmusik, noch auf der Straße stehend, spielte fetzige Musik. Im Anschluss ging es zur Befreiung der armen Angestellten und Beamten durch das Rathaus und in den großen Sitzungssaal. Hauptamtsleiter Oswald Längst war inzwischen unauffindbar verschwunden und Claus Fehr, zuständig für Immobilien, und Stadtentwicklung, musste zum Bürgermeister in die „Schandgeige“. Närrische Kritik Im großen Sitzungssaal hatte Magenreuter ein ausgiebiges Vesper richten lassen, um die Narren gnädig zu stimmen. Was ihm dann, heuer zum dritten Mal, Maskenmeister Erwin Rudhart in Gedichtform um die Ohren gab, war allerdings schon recht treffend. Subventionen, der ausstehende Zuschuss für das „Narrenheim“, das „Idiotenkarussell“, also der Kreisverkehr in Ziegelstadel, das Zumthor-Projekt und die Tiefgarage waren unter anderem Themen. Mit einem kräftigen „He Muh“ ließen die „Lachenden Kühe“ Magenreuter und Fehr wieder frei, nachdem sie sich kurz rechtfertigen konnten. Lange Reden konnten sie allerdings nicht halten, denn offiziell hatten sie ja nun für einige Tage nicht zu sagen. Nach einem gemeinsamen Umtrunk ging es fast nahtlos ins Kurhaus zum Weiberball. Befreit ist befreit, und einige der angestellten des Rathauses hat man dort wieder getroffen.

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