Verbandsversammlung informiert Aufsichtsrat über die Zahlen aus 2015

ZAK Jahresabschluss mit sattem Gewinn

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Die Leitung der Verbandsversammlung nahm Aufsichtsratsvorsitzender Gebhard Kaiser (2.v.r.) in seine Hände. Flankiert wurde er von den Mitgliedern des Aufsichtsrates, Kemptens OB Thomas Kiechle (l.) und Elmar Stegmann, Landrat des Landkreises Lindau (2.v.l.), sowie Schriftführerin Margaretha Schreiner (r.).

Kempten – Einen wichtigen Termin vor dem ersten langen Frühlingswochenende hielt der Zweckverband der Abfallwirtschaft Kempten (ZAK) seinen Verbands- und Aufsichtsratsmitgliedern am vergangenen Mittwoch Nachmittag nicht vor. Rund 30 Verantwortliche, darunter einige Stadträte, fanden sich im Verwaltungsgebäude in der Dieselstraße zusammen, um sich über die Jahresabschlüsse 2015 der ZAK Holding GmbH, der ZAK Abfallwirtschaft GmbH und der ZAK Energie GmbH informieren zu lassen.

Des weiteren sollte über die Entlastung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates, der unter dem Vorsitz von Landrat a.D. Gebhard Kaiser steht, entschieden werden. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Präsentation der Jahresrechnung 2015 mit Entlastung und das Ankündigen einer Umstellung der Biologischen Abfallverwertungsanlage der Vergärungsanlage OA-Süd, die vom ZAK in Burgberg betrieben wird.

Der Zweckverband der Abfallwirtschaft Kempten splittet sich in drei Gesellschaften auf. Als übergeordneter Rechtskörper fungiert die ZAK Holding ­GmbH, die sich mit der Beschaffung der Geldmittel und der Erstellung der Jahresabschlüsse und Steuererklärungen beschäftigt. In der ZAK Abfallwirtschaft GmbH ist die Wertstofferfassung und Vermarktung untergebracht. Ebenso gehört die Planung, der Bau, der Unterhalt und der Betrieb der zugehörigen Anlagen, wie die der Wertstoffhöfe und -inseln, zum Aufgabenbereich dieser GmbH. Auch die Kompostierung und Vergärung, die in den beiden Standorten Schlatt und Burg-berg betrieben wird, ist Teil ihres Tätigkeitsportfolios. Die ZAK Energie GmbH wiederum ist Betreiber des Müllheizkraftwerkes, des Holzheizkraftwerkes und der Spitzlast-Heizzentralen. Auch kümmert sich diese unter anderem um den Verkauf von Fernwärme und Strom.

Restmüllbilanz und Jahresabschlüsse 2015 

Zu Beginn der Versammlung wurde dem beschlussfähig versammelten Aufsichtsrat der ZAK ein Überblick über das Restmüllaufkommen des Jahres 2015 präsentiert. Es fiel eine Gesamtmenge von rund 56.600 Tonnen an, was einem Anstieg von 4,4 Prozent gegenüber 2014 darstellt. Der meiste Zuwachs konnte im Bereich des Gewerbemülls mit einem Plus von rund 14 Prozent verzeichnet werden. Als Ursache hierfür wurde die gute wirtschaftliche Lage angegeben. Rund die Hälfte der Gesamtmenge Restmüll fällt im Bereich Oberallgäu an, je ein Viertel in der kreisfreien Stadt Kempten mit ihren annähernd 70.000 Einwohnern und im Gebiet Lindau und Westallgäu. Die Gesamtmenge des Haus/Sperrmülls ergab in diesen Gebieten zusammen eine Menge von rund 49.600 Tonnen. Insbesondere beim Sperrmüll konnte ein Zuwachs von sieben Prozent gegenüber verzeichnet werden. Dies sei, so ein Vertreter des ZAK, auf einen Boom im Baubereich zurückzuführen.

Pro-Kopf gerechnet produziert jeder Einwohner im Zuständigkeitsbereich des ZAK im Jahr rund 166 Kilogramm Müll. Diese Werte lagen im Jahr 2000 noch bei 158 Kilogramm und im Jahr 2014 bei 163 Kilogramm. „Der Zuwachs erklärt sich wohl durch eine Zunahme an Verpackungen. Das ist leider etwas, auf das wir keinen Einfluss haben, denn unser Aufgabenfeld ist die Restmüllverwertung, nicht aber die Müllvermeidung“, erläuterte Geschäftsführer Karl Heinz Lumer.

Des weiteren wurden die Zahlen aus den Restmüllsammelgütern wie Altpapier, Altglas, Kunst- stoffe, Dosen, Grüngut u.a.m. vorgestellt. In den meisten Bereichen kam es zu keiner signifikanten Erhöhung oder einem Rückgang der Restmüllmengen. Aus diesen Zahlen aber lassen sich Verhaltensmuster der Verbraucher herauslesen. So kam es im Jahr 2015 zu einem Rückgang bei der Entsorgung von Fernsehern und Monitoren. Dafür waren die Mengen im Jahr 2014 signifikant gestiegen. Begründet ist dies mit der Neuanschaffung von Fernsehern im Jahr einer Fußballweltmeisterschaft bei gleichzeitiger Entsorgung alter Geräte.

Steuerberater Thomas Stüttgen, Wirtschaftsprüfer Michael Städele und Rechnungsprüfungsausschuss-Vorsitzender Ulrich Pfanner gaben den Anwesenden einen Überblick über die Jahresabschlüsse 2015. Alle drei Experten empfahlen den Mitgliedern der Verbandsversammlung dem Aufsichtsrat und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Gebhard Kaiser die Entlastung auszusprechen. Ohne Gegenstimme wurde hernach bei persönlicher Abstimmung dieser Empfehlung entsprochen. Der Zweckverband der Abfallwirtschaft Kempten erwirtschaftete mit seiner ZAK Holding GmbH im Jahr 2015 einen Jahresüberschuss von 1.184.181,20 Euro, der sich aus einer Gewinnabführung der ZAK Abfallwirtschaft GmbH von 329.000,68 Euro und der ZAK Energie ­GmbH von 1.303.217,38 Euro speist.

Zukünftige Investitionen 

Letzter Tagungspunkt war die Vorabinformation des ZAK an die Verbandsversammlung über den geplanten Umbau der Vergärungsanlage OA-Süd in Burgberg zum biologischen Membranverfahren. Grund hierfür ist die technische Überalterung der Anlage, die zudem störungsanfällig und wartungsintensiv ist. Darüber hinaus steht im Jahr 2020 das Auslaufen des EEG bevor, das vermutlich zu einem Rückgang der Vermarktungspreise an der Strombörse führen wird. Durch den Umbau zu einer Anlage mit biologischen Membranverfahren wird zum einen das Verfahren der Kompostierung vereinfacht und andererseits die Wartungs- und Instandhaltungskosten gesenkt. Allerdings müssen rund 570.000 Euro in den Umbau investiert werden. Zudem wird es zu einer Reduktion der Mengenströme in Burgberg von bisher 11.000 t/a auf circa 6000 t/a kommen. Trotzdem empfiehlt der ZAK den Umbau, da das Membranverfahren laut einer vorgestellten Studie das ökologisch wie ökonomisch beste Verfahren darstellt.

Jörg Spielberg

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