Verkehrte Welt im Sozialamt

Das Amt für soziale Leistungen und Hilfen wird im kommenden Jahr voraussichtlich weniger Geld benötigen als heuer. Das kündigte Amtsleiterin Maria Ruppolt am Donnerstag im Sozialausschuss an. Was angesichts wieder steigender Arbeitslosenzahlen paradox klingt, ist der ständigen Zuständigkeitswechsel innerhalb des Sozialsystems geschuldet. Zudem konnten in manchen Bereichen die Ausgaben erheblich runter gefahren werden, während anderswo die Kosten förmlich explodieren.

Ausgaben in Höhe von insgesamt rund 12 Millionen Euro hat Ruppolt für 2010 eingeplant. Dem gegenüber stehen „Einnahmen“ von 4,23 Millionen Euro. Für das Haushaltsjahr 2009 sind 13,8 Millionen Euro an Ausgaben und 5,7 Millionen an „Einnahmen“ vorgesehen – und damit werde ihr Amt nach derzeitigem Stand der Dinge auch auskommen, berichtete die Amtsleiterin. Dass im nächsten Jahr das veranschlagte Budget kleiner ausfällt als heuer begründete Ruppolt zum Teil mit den ständig wechselnden Zuständigkeiten. So hat der Bezirk beispielsweise bei der Grundsicherung bei Erwerbsminderung 30 Fälle übernommen, was der Stadt Kosten spare. Bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende hingegen brauche man im kommenden Jahr etwa 400000 Euro mehr als 2009, so Ruppolt weiter. Mit einer Steigerung von 94 Prozent förmlich explodiert ist der Ansatz für Sozial-Bestattungen. Mit insgesamt 75000 Euro wird das Amt hier im nächsten Jahr 37000 Euro mehr benötigen als in diesem Jahr. Gingen 2008 noch insgesamt 53 Anträge auf eine Sozial-Bestattung ein, waren es heuer im ersten Halbjahr bereits 46. Als Gründe nannte Ruppolt die zunehmende Altersarmut, Kinderlosigkeit, fehlende Rücklagen oder die schwindende finanzielle Leistungsfähigkeit unterhaltspflichtiger Kinder. Ein großes Thema der Zukunft wird Ruppolts Ansicht zufolge die Grundsicherung im Alter werden. Waren es 2003 noch 291 Fälle, geht sie Ende des Jahres von 630 aus, Tendenz steigend – und das auch nur wegen des Geburten schwachen Jahrgangs 1945. Ansonsten seien es wohl noch mehr.

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