Tolles Projekt

"Schöne Abwechslung"

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Manfred Ahr hilft hier Claudia Eitner im Wohnbereich III beim Verteilen der Sektgläser. „Manfred ist sehr zuverlässig“, lobt sie.

Kempten – Zweimal in der Woche tauscht Manfred Ahr seinen Platz in der Industriemontage in den Allgäuer Werkstätten mit einem ausgelagerten Arbeitsplatz im Alten- und Pflegeheim Wilhelm- Löhe-Haus.

Hier unterstützt er Wohnbereichsleiterin III Claudia Eitner bei der Betreuung von etwa 12 Bewohnerinnen und Bewohnern. Der 37-Jährige ist einer von insgesamt acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Handicap der Allgäuer Werkstätten GmbH, die neben ihrer Tätigkeit in der Behinderteneinrichtung einer Tätigkeit an einem ausgelagerten Arbeitsplatz nachgehen.

„VIA – Vermittlung in Arbeit“ heißt dieses Projekt, über das die Beschäftigten mit Behinderung die Möglichkeit haben, außerhalb der beschützenden Werkstatt ein Praktikum zu machen oder sogar auf Dauer einen ausgelagerten Arbeitsplatz zu erhalten. „Möglich wäre sogar die Vermittlung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis“, so Manuela Bär, Ansprechpartnerin für das Projekt VIA. Voraussetzungen für die Teilnahme an der Aktion sind zum einen der Wunsch des Mitarbeiters, seine Grundarbeitsfähigkeiten, seine sozialen Kompetenzen und seine Selbständigkeit.

Manfred Ahr gehörte vor drei Jahren zu den ersten, die solch einen Außenarbeitsplatz ausprobierten – und er ist immer noch engagiert und zuverlässig dabei: „Es ist eine schöne Abwechslung für mich und fordert mich auch“, erzählt er. Seine „Chefin“ Claudia Eitner ist sehr zufrieden mit ihm: „Ich kann mich auf Manfred verlassen.“ Manche Freizeitaktivitäten würden ohne ihn längst nicht so entspannt ablaufen, erzählt sie. So kann sie ihm durchaus die Aufsicht einiger Bewohner anvertrauen, während sie bereits andere in den Gymnastikraum begleitet. Spülarbeiten, Tisch abräumen, mit Bewohnern spazieren gehen, kleine Besorgungen machen – Manfred ist stets eifrig bemüht, die übertragenen Aufgaben schnell und ordentlich zu lösen. Heimleiter Oliver Stiller sieht die zusätzliche Hilfe durch Manfred Ahr als Bereicherung an. „Das ist für beide Seiten ein Gewinn.“ Aktuell soll der Bereich sogar ausgebaut werden, beispielsweise im Bereich der Küche, des Service. „Wir haben auch gute Erfahrungen mit dem Astrid- Lindgren-Haus in der Unterstützung der Cafeteria gemacht“, so Stiller.

Stadtgärtnerei, Tierheim, Schwimmbad, die Gastronomie im Oberallgäu oder auch inJob bieten den interessierten Mitarbeitern mit Handicap leichte Hilfsjobs an. Die Außenarbeitszeiten werden dabei individuell geregelt. Bei der Tochterfirma inJob der Allgäuer Werkstätten probieren so beispielsweise gerade fünf Mitarbeiter zwischen 25 und 45 Jahren die Arbeit am Band aus. „Die Montagearbeiten müssen hier in kürzerer Zeit erfolgen und manchmal müssen auch mehrere Arbeitsschritte kombiniert werden. Das ist nicht für jeden geeignet“, so Bär. Daher finden vorab entsprechende Gespräche und Vorbereitungen statt. Außerdem werden die „VIA-Leute“ während des Praktikums von Manuela Bär begleitet und betreut.

Obwohl der Arbeitsplatz ausgelagert wird, bleibt der Werkstattstatus unverändert. Auch die Entlohnung erfolgt über die AW, die diese wiederum mit dem „Außen-Arbeitgeber“ abspricht.

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