Verrückter Wettbewerb

Mit dem einstigen Straßenfeger „Spiel ohne Grenzen“ hatte die neue Spielshow „Crazy Competition“ („Verrückter Wettbewerb“) nicht sehr viel gemeinsam. Doch das war von den Veranstaltern, dem Fernsehsender Pro7 und der Produktionsfirma Red Seven, anscheinend auch gar nicht beabsichtigt. Vergangenen Woche drehten sie mit dem Match Buchenberg gegen Wiggensbach die erste Folge der neuen Unterhaltungssendung von Pro7 im Allgäu.

Zwei benachbarte Gemeinden, in diesem Fall Buchenberg und Wiggensbach, sollten sich einen fairen Wettkampf liefern und verschiedene, „verrückte“ Aufgaben meistern. Die drei Teile des Wettstreits, die erst am Dienstag an die jeweiligen Bürgermeister Toni Barth (Buchenberg) und Heribert Guggenmos (Wiggensbach) übergeben wurden, lauteten: 1. „Weißwurst“: Welche Gemeinde stellt die schwerste noch genießbare Weißwurst her und brüht sie anschließend auch noch? 2. „Auto-Weitflug“: Beide Gemeinden bekamen ein gleich schweres, baugleiches Autowrack zur Verfügung gestellt, das so verändert und umgebaut werden musste, dass es möglichst weit fliegt. Abgeschossen wurden die Wracks mit 85 Bar Druck von einer Rampe. 3. „Kein Toilettenbesuch“: Ungewöhnlich und etwas befremdlich erschien wohl vielen Teilnehmern die dritte Aufgabe. Trotz vieler anderer Aktivitäten und ausreichend Wasserzufuhr sollten sie am Tag des Wettstreites ihren Harndrang möglichst lange bezwingen. Der Sieger des „Weißwurst“-Wettstreits stand bereits am Freitag fest, es war Buchenberg. Ganze 125 Kilogramm wog die Weißwurst der Buchenberger, während die der Wiggensbacher immerhin noch stolze 84 Kilogramm auf die Waage brachte. Bis aufs Klo verfolgt Das große Finale des Spiels fand am Samstag auf dem Sportplatz des Swoboda-Geländes in Wiggensbach statt. Eine große Bühne und vier Tribünen für Fans und Teilnehmer waren aufgebaut. Bei hochsommerlichen Temperaturen saßen sie sich gegenüber – Buchenberg in roter, Wiggensbach in blauer Kleidung – und bewerkstelligten verschiedene Aufgaben. Etwa: Wer kann am längsten auf einem Bein stehen? Wasser zum Trinken gab es reichlich, ja, es musste sogar in Rekordzeit getrunken werden. Doch wer zum „Wasser lassen“ musste, wurde disqualifiziert und obendrein noch von den Kameras bis zu den Türen der „Herz-Häuserl“ verfolgt. Angefeuert wurden die beiden Teams durch tosenden Applaus, Schlachtrufe, Fußgetrampel und La-Ola-Wellen ihrer Fans, der zahlreichen Gäste und Zuschauer. Toni Barth spornte seine Buchenberger Helden von der Zuschauertribüne kräftig an, während Heribert Guggenmos auf der Kandidatenbank mitschwitzte. Der endgültige Sieger aus der Partie stand erst spät in der Nacht fest. Der Höhepunkt der Sendung, der Auto-Weitflug, begann nämlich mit einem Fehlstart des blauen Wiggensbacher „Space-Shuttle“, es musste neu aufgebaut werden. Dann aber war es so weit: Das Wiggensbacher Geschoss wurde in die Nacht katapultiert, schien tatsächlich durch die Luft zu schweben, landete sanft auf der Wiese und rollte noch einige Meter aus. Gut 100 Meter hatte die „Blaue Rakete“ geschafft, während der „Rote Teufel“ der Buchenberger nach rund 70 Metern stand. Wiggensbach ging also als strahlender Sieger hervor. Gefeiert jedoch wurde bis fast zum Morgengrauen in fröhlicher Eintracht, die beiden Weißwürste genüsslich verzehrt. Mit dem Geldpreis von 10000 Euro, den die Wiggensbacher erhielten, soll nächstes Jahr für die Jugendlichen beider Dörfer ein Ferien-Zeltlager am Bodensee organisiert werden. Wohl im Frühherbst will Pro7 die Sendung zeigen, eine genauer Termin steht noch nicht fest.

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