Verwaltung als Abzocker?

Erregte Gemüter gab es bei der ersten Herbstsitzung der Stiftstadtfreunde. Aber nicht die Tiefgarage am Hildegardplatz war Grund der hitzigen Diskussion. Vielmehr machten viele der rund 30 Anwesenden ihrem Ärger über die am selben Tag erhaltenen Rechnungen von der Stadtverwaltung Luft.

In ihren Augen überraschend hat die Verwaltung die Hausbesitzer darin für Sanierungsarbeiten in ihrer Straße zur Kasse gebeten. Die Betroffenen kritisierten die zum Teil irreführenden Informationen seitens der Stadt und forderten „mehr Transparenz“. Die Vorsitzende der Stiftstadtfreunde, Ilse Roßmanith-Mitterer, versprach, den Unmut der Rechnungsempfänger an die entsprechenden Stellen weiter zu geben und zu versuchen, eine Verlängerung der Zahlungsfrist zu erwirken. Ferner wurde der Wunsch geäußert, dass bei weiteren Straßenarbeiten „mit den Stiftstadtfreunden gesprochen wird“, flammte auch das Thema Lärmbelästigung durch die Pflasterung in der Weiherstraße wieder auf. Ein Punkt des Abends war eine Anfrage der Stiftstadtfreunde an die Stadt und die Fraktionsvorsitzenden wegen der seit zehn Jahren angemahnten, dringend fälligen Straßensanierungen Schleihenweiher, Lorenzstraße und Brachgasse. Diesbezüglich sei laut Antwortschreiben von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) mit einem Baubeginn vor 2011 „aus finanziellen Erwägungen“ nicht zu rechnen. Von 2011 bis 2013 seien „nennenswerte Haushaltsmittelansätze vorgemerkt“, versichert er darin, „die aber erst noch von den Stadtratsgremien beraten“ werden müssten. Außer der zwar freundlichen aber wenig konkreten Antwort von Thomas Hartmann (Die Grünen) habe sich keine Fraktion geäußert, vermeldete Roßmanith-Mitterer enttäuscht. Angst vor Rechnungen Zwar sahen die Anwesenden die Notwendigkeit der Sanierungsarbeiten, wurden aber zugleich von der Sorge getrieben, „wieder Rechnungen zu bekommen“. Auch regten sie eine Differenzierung der Lorenzstraße an, in der nur der südliche Teil „katastrophal“ sei. Mögliche Pflasterungen lehnten sie allgemein ab. Einmal wegen des im Viertel stark angewachsenen Verkehrs und zum anderen wegen des Risikos, da nicht nur radelnde Kinder „Schlangenparcours“ fahren würden, um die glatteren Teile zu nutzen. Gedanken hatte sich der Vorstand auch um den Erhalt der Nahversorgung gemacht und Anfang Oktober bei Feneberg und Plus angefragt, ob sie weiterhin im Viertel präsent bleiben wollten. Bislang liege allerdings noch keine Antwort vor, wie Roßmanith-Mitterer meinte. Auskunft gab sie ferner zum Fachwerkhaus an der Hohen Gasse, das laut Baureferentin Monika Beltinger nun endlich verkauft sei. Eine konkrete Bauanfrage liege aber wohl noch nicht vor. Moniert wurde auch der unsichere Straßenübergang zwischen der Fürstenschule und den zusätzlich genutzten Räumen in der gegenüberliegenden Maria Ward Schule. Schon länger habe sie sich um eine Lösung bemüht, erklärte die Vorsitzende, aber „die Stadt sieht keinen Handlungsbedarf“.

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